Indexfonds: Nur die Großen haben eine Chance

Indexfonds
Nur die Großen haben eine Chance

„Für die meisten kleineren Anbieter wäre es vielleicht ratsam, das Geschäft aufzugeben.“ Diese Empfehlung gibt Lee Kranefuss, Leiter der Indexfondssparte bei Barclays Global Investors in San Francisco, einem der weltgrößten Asset-Manager. Mit den „meisten“ sind die Konkurrenten im europäischen Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds gemeint.

FRANKFURT. Mit den „meisten“ sind die Konkurrenten im europäischen Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds gemeint. Und die Meinung von Kranefuss hat Gewicht, denn der Amerikaner ist verantwortlich für 1 000 Mrd. Dollar.

Aufgeben oder das Geschäft forcieren – das ist die entscheidende Frage für alle europäischen Marktteilnehmer in einem der stärksten Wachstumsfelder für Verwalter. In Amerika ist der Markt schon sehr groß. Aber in Europa starteten die ersten Börsen und Anbieter erst vor sechs Jahren. Gemessen daran ist die Bilanz beeindruckend: Heute sind 23 Gesellschaften an 13 Handelsplätzen aktiv. Sie verwalten in 170 Fonds, vor allem Aktienportfolios auf Euro Stoxx 50 oder andere bekannte Messlatten, knapp 50 Mrd. Euro (siehe „Der Markt in Europa“).

Eindeutige Marktführer sind neben Barclays die zur französischen Société Générale gehörende Lyxor und die HVB-Tochter Indexchange. Das Trio vereint mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens der so genannten Exchange Traded Funds (ETF) auf sich. Und die Aussichten scheinen blendend. Indexchange-Vorstand Götz Kirchhoff erwartet eine Verdopplung des Vermögens auf 100 Mrd. Euro in zwei Jahren. Isabelle Bourcier, ETF-Chefin bei Lyxor in Paris, setzt sich dieses Ziel auf Drei- bis Vierjahressicht. Auch unabhängige Experten halten das für realistisch.

Ihren Boom verdanken die ETFs vor allem dem Zuspruch institutioneller Investoren. Die Großanleger schätzen die geringen Gebühren, sind oft auch enttäuscht über die unterdurchschnittlichen Wertentwicklungen aktiv gemanagter Portfolios, die höhere Renditen als ihre Messlatten anstreben – aber häufig scheitern. Außerdem lassen sich die Produkte gut in kombinierten Kassa- und Terminmarkttransaktionen einsetzen. Barclays hat sich in diesem Geschäft viel vorgenommen. Heute stellt Chris Sutton, der Barclays-Europa-Chef für ETFs, in Frankfurt gleich 14 neue Produkte vor, die nach dem Listing in London ebenfalls an der Deutschen Börse notiert werden. „Die institutionellen Anleger suchen jetzt auch Indexfonds für Anleihen und asiatische Aktien“, registriert Sutton. Es rücken zudem ganz neue Vermögensformen wie Immobilien ins Blickfeld. Kranefuss denkt außerdem über Metalle, Öl und Bauholz nach, sogar über Private Equity.

Angesichts der hohen Erwartungen bauen auch die beiden Hauptkonkurrenten ihre Produktpaletten massiv aus. Kirchhoff will unter anderem noch Fonds auf Indizes für Aktien nachhaltig wirtschaftender Firmen und asiatische Dividendenwerte bringen. Bourcier möchte die Lyxor-Produktpalette „in diesem Jahr auf 45 bis 50 verdoppeln“.

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