Indexfonds
US-Finanzaufsicht klagt gegen ETF-Händler

Die amerikanische Finanzaufsicht will mehrere ETF-Händler verklagen. Diese hatten Fonds an Privatanleger verkauft, für die diese nicht geeignet waren. Man habe keine Zweifel an dem Produkt, aber an den Brokern, hieß es.
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New YorkDie US-Finanzaufsichtsbehörde Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) wird rechtlich gegen Broker wegen Unstimmigkeiten im Handel mit börsennotierten Indexfonds vorgehen. Die Händler hätten komplexe ETFs an Privatanleger vertrieben, obwohl diese für deren Zwecke ungeeignet gewesen seien, sagte Bradley Bennett, der bei der FINRA für den Vollzug verantwortlich ist, am Mittwoch (Ortszeit) zu Reuters. Konkret geht es um Short-ETFs auf fallende Kurse und gehebelte ETFs, die Wertentwicklungen von Indizes überproportional nachvollziehen.

Zudem wirft die FINRA den Brokern vor, sie seien schlecht ausgebildet gewesen. „Wir haben keine generellen Zweifel an den Produkten“, sagte Bennett. „Wir wollen nur sicherstellen, dass diejenigen, die sie verkaufen, sie verstehen.“ Mit den Fällen, gegen welche die FINRA vorgehe, wolle sie Exempel statuieren. Brokerhäuser sollten daraus lernen, wie sie sicherstellen können, dass ihre Händler gut ausgebildet sind und Wertpapiere nur an geeignete Investoren gelangen.

Short-ETFs vollziehen die Wertentwicklungen von Indizes auf täglicher Basis umgekehrt nach, machen also zum Beispiel aus Verlusten Gewinne. Auch gehebelte ETFs basieren auf der täglichen Wertentwicklung von Indizes. Das macht die Fonds für langfristige Investitionen ungeeignet, weil Anleger die Wertentwicklungen kaum abschätzen können.

Einige Investoren haben dies in der Vergangenheit nicht bedacht und wurden daher negativ von den Wertentwicklungen der ETFs überrascht. Dadurch sind gehebelte und Short-ETFs bei mehreren Regulierungsbehörden und Politikern in den Fokus geraten. Die britische Finanzaufsicht Financial Securities Authority (FSA) hat in den vergangenen Monaten mehrmals öffentlich erwogen, den Vertrieb dieser Fonds an Privatanleger zu verbieten.

In den USA hatte die Finanzaufsicht von Massachusetts das Finanzinstitut RBC Capital Markets und einen ihrer Broker verklagt. Die RBC hatte gehebelte ETFs an Kunden vertrieben, obwohl diese die Produkte nicht verstanden hatten. Im März hatte die FINRA einen ehemaligen Händler des Finanzdienstleisters Morgan Keegan & Co. aus dem Verkehr gezogen, weil er im Namen von Kunden übermäßige und unangemessene Transaktionen mit verschiedenen gehebelten und Short-ETFs getätigt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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