Indexzertifikate
Am Puls der Anlagemärkte

Zertifikate auf populäre Indizes wie den Dax werden längst mit bestmöglichen Ausstattungsmerkmalen angeboten. Der Branchenverband berichtet dennoch seit Monaten kaum über nennenswerte Zuwachsraten im Hinblick auf das in Indexzertifikate investierte Vermögen. Chancen sehen die Anbieter daher vor allem in Innovationen in Nischenmärkten.

DÜSSELDORF. Wer sich im Milliardenmarkt der deutschen Zertifikateindustrie auf die Suche nach dem "Zertifikat Zero" macht, landet bei einem Indexzertifikat namens "Dresdner Dax Participations" aus dem Jahr 1990: Der Kurs des Zertifikats entsprach seinerzeit in D-Mark exakt dem Dax-Indexstand in Punkten.

Dass sich das Zertifikat seinerzeit nicht zum Kassenschlager entwickelte, ist schnell den aus heutiger Sicht steinzeitlichen Ausstattungsmerkmalen zuzuschreiben: Die Dresdner Bank bot lediglich einen Termin pro Quartal an, zu dem sie das Zertifikat wieder vom Anleger zurückkaufte.

Schon seit den späten 90er Jahren ist die Branche erheblich weiter. Inzwischen bieten die Emittenten liquide gehandelte Zertifikate auf alle gängigen Indizes an. Rund 2 300 Indexzertifikate zählt der Datenbankanbieter Onvista, und der Deutsche Derivate Verband ermittelt für die Indexzertifikate einen Marktanteil von fünf Prozent im 130-Milliarden-Markt für Zertifikate.

Zertifikate auf populäre Indizes wie den Dax, den Euro Stoxx 50 oder Dividendenauswahlindizes wie den DivDax oder Euro Stoxx Select Dividend 30 bieten die Emittenten längst mit bestmöglichen Ausstattungsmerkmalen an: Sie sind gebührenfrei, berücksichtigen Dividenden, werden liquide und ohne den so genannten Spread zwischen An- und Verkaufskurs gehandelt.

Zu verdienen gibt es mit diesen extrem fair ausgestalteten Produkten ohne Laufzeitbegrenzung für Emittenten nichts - es handelt sich quasi um das idealtypische Zertifikat für Privatanleger.

Dass der Branchenverband dennoch seit Monaten kaum über nennenswerte Zuwachsraten im Hinblick auf das in Indexzertifikate investierte Vermögen berichtet, hat zwei Gründe: Erstens sind Indexzertifikate noch bis zum Ende dieses Jahres steuerlich benachteiligt: Anders als für Fonds und Aktien gewährt der Fiskus für bis Ende 2008 erworbene Zertifikate keinen dauerhaften Bestandsschutz hinsichtlich der aktuellen Regeln. Zweitens erwächst den Anbietern von Indexzertifikaten mit der Indexfondsbranche eine neue Konkurrenz.

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