Indexzertifikate bieten Transparenz
Preisvergleich ist manchmal schwierig

Zertifikate feiern derzeit in Deutschland Rekorde. Gegenüber Fonds gelten die von Aktien, Anleihen, Devisen oder Rohstoffen abgeleiteten Papiere als preiswert. Wo aber liegen die Kosten der mundgerecht verpackten Anlagehäppchen?

"Das ist sehr unterschiedlich", sagt Ralph Stemper, Produktmanager für Derivate bei der Commerzbank. "Nicht nur, dass die Kosten sich je nach Produkttyp, Liquidität des Underlyings, Laufzeit, Emittent und Konstruktion des Zertifikates sehr unterscheiden, sie fallen auch in ganz verschiedenen Bereichen an und müssen erst einmal identifiziert werden." Neben den Kauf- und Verkaufsgebühren, möglichen Ausgabeaufschlägen bei Neuemissionen sowie den Verwaltungskosten bei rollierenden Zertifikaten, müssen auch Kosten für die Informationsbeschaffung, steuerliche Aspekte sowie Opportunitätskosten berücksichtigt werden. Unter Opportunitätskosten werden entgangene Gewinne verstanden, die der Investor potenziell bei einer anderen Geldanlage erzielt haben könnte - beispielsweise die Dividende bei einer Direktinvestition in Aktien.

Grundsätzlich gilt, je stärker ein Zertifikat strukturiert ist oder je höher der Sicherheitspuffer für den Kunden ist, umso teurer wird es. Tobias Wilke, Derivate-Experte bei der BNP Paribas, erklärt die Hintergründe. "Der Emittent tätigt immer ein Gegengeschäft zum jeweiligen Zertifikat. Er nimmt damit eine neutrale Position ein und sichert sein Risiko ab. Je stärker ein Zertifikat strukturiert ist, umso aufwendiger wird auch für die Bank das Absicherungsgeschäft dazu. Gleiches gilt für den Risikoschutz. Je höher er ist, umso mehr muss auch die Bank dafür am Derivatemarkt zahlen. Diese Kosten werden an den Kunden weitergegeben."

Zum einen geschieht das über den Spread, die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs des Zertifikates, zum anderen über die Konstruktion des Produktes selbst. Der Spread sei bei allen Zertifikaten sehr ähnlich und bleibe absolut gesehen meist gleich, sagt Wilke. Bei Papieren, die sich auf Dax-Werte beziehen, liege er zwischen 5 und 20 Cent. "Der Spread ist ein Marketinginstrument, mit dem der Emittent werben kann. Da der Derivatemarkt sehr transparent ist, bleibt den Banken nach oben hin allerdings nur wenig Spielraum", sagt Stemper von der Commerzbank. Am geringsten ist die Geld-Brief-Spanne im Allgemeinen bei Indexzertifikaten auf den Dax. Der Markt ist besonders liquide, die Papiere bilden den Index 1:1 ab und sind damit sehr simpel strukturiert. Mit Indexzertifikaten sei kein Geld zu verdienen, so die einhellige Meinung der Experten. Dennoch müssten sie angeboten werden, weil dieser Zertifikatetypus bei Anlegern sehr beliebt sei. Häufig dienen Indexzertifikate als Einstieg in den Derivatemarkt.

Eine geringe Marge für die Emittenten ist auch in der Konstruktion der Zertifikate enthalten. Wenn der Anleger zwei Produkt desselben Typs mit identischem Basiswert und gleicher Laufzeit nebeneinander stellt, sind die Kosten an folgenden Ausstattungsmerkmalen vergleichbar: "Beim Bonuszertifikat am Bonuslevel und Risikopuffer, beim Discountzertifikat am Abschlag oder Discount, beim Garantiezertifikat an der Partizipation und bei Outperformance-Produkten am Hebel", erklärt Christopher Maaß von Sal. Oppenheim.

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