Inflationsbefürchtungen: Euro-Rentenfondsmanager bevorzugen Langläufer

Inflationsbefürchtungen
Euro-Rentenfondsmanager bevorzugen Langläufer

Wenn Wachsamkeit zur Schlaflosigkeit führt, dann reicht dafür im Englischen ein Wort: vigilance. EZB-Präsident Jean Trichet-Claude verwendete es Anfang Februar gleich drei Mal, um zu signalisieren, dass die europäische Notenbank mögliche Risiken für die Preisentwicklung sehr genau im Auge behalte.

HB HAMBURG. Viele Beobachter erwarten daher weitere Leitzinserhöhungen, und die Aussicht darauf bereitet Rentenfondsbesitzern unruhige Nächte.

Tatsächlich starteten in Euro-Papiere anlegende Rentenfonds ausgesprochen schlecht ins Jahr. Auf Langläufer ausgerichtete Produkte wie der Uni Euro Bond XL oder der Fortis Bond Long Euro büßten im Januar mehr als 1,6 Prozent an Wert ein, während die 130 in alle Laufzeitenbereiche investierenden Euro-Rentenfonds im Durchschnitt 0,64 Prozent verloren (Tabelle).

Auf dem falschen Fuß erwischt wurde auch Günther Schupp von der österreichischen Investmentgesellschaft Erste-Sparinvest (Espa). Noch im Dezember war der Berater des auf Sicht von zwölf Monaten führenden Spängler Spar Trust M davon ausgegangen, dass sich die nach der ersten Leitzinserhöhung einsetzende Erholung am langen Ende des Rentenmarkts fortsetzen würde. Entsprechend verstimmt reagiert der Espa-Manager auf die jüngsten Trichet-Äußerungen. Schupp: "Weitere Zinserhöhungen sind unnötig, weil die für eine Zinswende notwendigen Voraussetzungen wie anspringende Realinvestitionen oder Preisrisiken nicht gegeben sind."

Deshalb will der Österreicher auch in den kommenden Monaten an seiner offensiven Strategie festhalten: So liegt die durchschnittliche Restlaufzeit der im Spängler Spar Trust M enthaltenen Papiere bei knapp zehn Jahren und damit deutlich höher als bei vielen Konkurrenten. "Der Zinsmarkt befindet sich nach wie vor in einem langfristigen Abwärtstrend", erläutert Schupp und macht dafür unter anderem die Euro-Einführung verantwortlich. Das Korsett der Gemeinschaftswährung zwinge zur Stabilität, die Risikoprämien für möglichen Kaufkraftschwund nähmen ab. "Folglich müssen die Zinsen sinken", lautet seine Schlussfolgerung.

Eine Besonderheit, die den Spängler Spar Trust M mit dem - nicht von Schupp betreuten - Espa Bond Euro Mündelrent auf Rang drei verbindet: Beide Fonds investieren ausschließlich in österreichische Schuldverschreibungen. Thomas Portig von der Münchener Analysegesellschaft H.C.M. Capital Management sieht darin jedoch kein Problem und empfiehlt konservativen Anlegern, die "auch im aktuell eher schwierigen Umfeld an der Anlageklasse Euro-Rentenfonds nicht vorbeikommen", beide Produkte zum Kauf. Einziger Nachteil des Espa Bond Euro Mündelrent aus Portigs Sicht: Dort berücksichtige das Management auch ethische Kriterien und schränke damit das Anlageuniversum zusätzlich ein.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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