Infrastrukturprojekte
Brücken an der Börse

Investments in Infrastruktur entwickeln sich zum Megatrend. Bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten stehen leeren Kassen der Finanzminister üppige Anlagebeträge der Privatwirtschaft gegenüber.

FRANKFURT. Bislang können sich Anleger vor allem über Fonds in Infrastruktur - der wesentlichen Grundlage moderner Volkswirtschaften - engagieren. Jetzt wagen Banken verstärkt den Eintritt in diesen Markt - über Zertifikate. "Wir denken intensiv darüber nach", sagt Georg Vietor von Australiens Macquarie Bank.

Zur Sicherstellung der Finanzierung von Infrastruktur-Projekten hat die Finanzwirtschaft in jüngster Zeit immer mehr Einfallsreichtum bewiesen. Bislang erfolgt die Finanzierung vor allem über Infrastrukturfonds, wobei Anleger in der Regel Genussrechte erwerben, die sie wirtschaftlich an den Ergebnissen eines Zielfonds partizipieren lassen. Seit 1992 werden auch Public Private Partnerships (PPP) als Finanzierungs- und Anlageinstrument eingesetzt.

In der Regel liegt die Mindestanlagesumme für diese PPP nach Angaben von Vietor bei 200 000 Euro und mehr. Beim neuen Infrastrukturfonds der Bank soll das Limit 20 000 Euro betragen. Die Emission von Zertifikaten auf Infrastrukturfonds sei eine von mehreren Exit-Strategien, sagt Vietor.

Banken wie HSBC Trinkaus & Burkhardt (T&B) sind zurückhaltender. Infrastruktur-Finanzierungen seien vor allem für Schwellenländer interessant, sagt Heiko Weyand. Obwohl Infrastruktur bei der UBS noch nicht als liquide Anlageklasse zählt, hat die Schweizer Großbank bereits ein Zertifikat auf den Aktienindex S&P/UBS Australia Infrastructure & Utilities emittiert. "Ab Ende Juli werden wir auch ein globales Infrastruktur-Index-Zertifikat anbieten, das von Standard & Poor?s berechnet wird", sagt UBS-Expertin Petra Becher.

Warum sich die Bank bisher auf den fünften Kontinent konzentriert, macht eine Analyse des weltweiten Marktes für Infrastruktur-Finanzierungen deutlich. Australien nehme bei der Verlagerung von Aufgaben ehemaliger staatlicher Infrastruktur-Einrichtungen auf die Privatwirtschaft weltweit eine Führungsrolle ein. "In Australien ist dieser weltweite Trend am weitesten fortgeschritten", sagt Vietor.

Der für das existierende UBS-Zertifikat genutzte Aktienindex reflektiert die Aktienkurse australischer Infrastruktur-Unternehmen. Die Pläne von Macquarie sehen anders aus. Man arbeite daran, Zertifikate auf die eigenen Infrastrukturfonds zu emittieren und dafür möglicherweise auch Dachfonds als Basis zu nehmen. Die Bank, die jetzt ihren zweiten geschlossenen Fonds dieser Art in Deutschland auflegt, verwaltet weltweit 21 solcher Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 19 Mrd. Dollar. Die Fonds investieren in Unternehmen, die Dienstleistungen für das Gemeinwesen erbringen, strategische Wettbewerbsvorteile haben und langfristig nachhaltige und verlässliche Cash-Flows produzieren.

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