Initiative der Bundesregierung
USA wollen nicht über Hedge Fonds verhandeln

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) stößt mit dem Vorschlag Hedge-Fonds transparenter zu machen auf mehr Widerstand als erwartet. Der Effekt dieser Initiative soll ein Abschätzen der Risiken für die internationalen Finanzmärkte sein. Gerade die USA reagieren jedoch skeptisch.

BERLIN. Die Umsetzung der deutschen Hedge-Fonds-Initiative gestaltet sich deutlich schwieriger als die Bundesregierung erwartet hatte. Während seiner dreitägigen USA-Reise Ende vergangener Woche hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zwar generelle Unterstützung für den Vorstoß Deutschlands im Rahmen ihrer G8-Präsidentschaft erfahren, gleichzeitig äußerten sowohl die amerikanischen wie auch deutsche Finanzmarktexperten Skepsis bei der Umsetzung dieser Initiative.

Nach Informationen des Finanzministeriums zweifeln die Bankmanager immer noch daran, dass es Deutschland nicht um mehr Regulierung, sondern nur um eine stärkere Transparenz geht. „Der Vergleich von Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen mit Heuschrecken ist offenbar noch nicht überwunden“, sagte Steinbrücks Sprecher.

Die Hedge-Fonds-Initiative stand im Mittelpunkt der Gespräche Steinbrücks. Bei US-Finanzminister Henry Paulson und bei den Vorständen der Investmenthäuser von Citigroup, Morgan Stanley und Merryll Lynch warb Steinbrück für seinen Vorstoß, die Transparenz in der schnell wachsenden Branche zu erhöhen, um systemische Risiken für die internationalen Finanzmärkte zu erkennen und gegebenenfalls zu minimieren. Die Amerikaner sind zwar grundsätzlich bereit, mit dem deutschen Finanzminister über die Hedge-Fonds-Branche zu reden, konkrete Vorgaben lehnen sie bisher aber weiter kategorisch ab. „Die Amerikaner sind bei diesem Thema sehr zurückhaltend und sensibel“, sagte Citigroup-Manager Frank Müller dem Handelsblatt. Vor allem dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Deutschland nicht nur Hedge-Fonds, sondern auch Private-Equity-Firmen stärker beobachten will. „Nicht jeder Hedge-Fonds stellt eine Gefahr für die Finanzmärkte dar“, sagte Commerzbank-Vorstand Martin Blessing.

Die Verhandlungsposition ist für Deutschland nicht gerade einfach. Die Mehrzahl der rund 9 400 Hedge-Fonds operieren aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Nach Informationen des Finanzministeriums spielen Hedge-Fonds in Deutschland mit einem Anlagevolumen von derzeit rund 2,6 Mrd. Euro „keine nennenswerte Rolle“. Derzeit gibt es etwa 40 deutsche Hedge-Fonds, hinzu kommen weitere acht ausländische Fonds, die das Bundesamt für Finanzdienstleistungen zugelassen hat. In Großbritannien sind knapp 900 Hedge-Fonds tätig.

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