Initiativen für Richtlinien
Fonds wollen deutschen Finanzplatz stärken

Luxemburg bleibt für die deutsche Finanzbranche ein starker Konkurrent. Mehr noch: Durch die kommende Abgeltungssteuer werden sich deutsche Fonds verstärkt in Richtung des Nachbarlands orientieren. Die Fondslobby versucht nun schlimmeres zu verhindern.

ina MOSKAU. Die deutsche Investmentbranche will eine weitere Schwächung des Fondsstandortes Deutschland vermeiden – insbesondere gegenüber dem Nachbarland Luxemburg. Vor allem die ab 2009 geplante Abgeltungsteuer zieht Kritik auf sich. Mit ihr werden zum ersten Mal auch Kursgewinne besteuert und alle Kapitaleinkünfte mit 25 Prozent beim Verkauf der Wertpapiere durch den Anleger belegt.

„Wir wünschen uns eine Abmilderung bei langfristigen Veräußerungsgewinnen mit Blick auf Geldentwertung und Altersvorsorge“, sagt Wolfgang Mansfeld, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI. Zudem wehrt sich die Branche gegen die Besteuerung einbehaltener Gewinne bei so genannten thesaurierenden Fonds. „Das ist bürokratisch und führt potenziell zu einer Doppelbesteuerung“, so Mansfeld.

Auch unabhängige Experten erwarten vor der Steuereinführung einen Run auf Luxemburg. Das Nachbarland dürfte Fachleuten zufolge außerdem durch die im Februar eingeführten Spezialfonds für vermögende Privatanleger noch attraktiver werden. In Deutschland sind diese Produkte institutionellen Investoren vorbehalten, die damit ihre Vermögensanlagen steuern. „Wenn wir bei der Novellierung des Investmentmodernisierungsgesetzes nicht nachziehen, verlieren wir Spezialfonds nach Luxemburg“, glaubt Mansfeld. Unabhängige Fachleute erwarten ebenfalls Abwanderungen. Frankfurt-Trust offeriert bereits ein solches Luxemburger Produkt.

Deutschland verliert immer mehr Fondsgeschäft an das Nachbarland. Der größte hiesige Fondsanbieter DWS etwa legt mittlerweile fast alle Produkte in Luxemburg auf, um sie anschließend deutschen Anlegern anzubieten.

Dem Trend zur Auflage im Nachbarland und Re-Import nach Deutschland versucht die Fondslobby auch auf europäischer Ebene entgegenzuwirken. Es steht eine Weiterentwicklung der geltenden EU-Fondsrichtlinie an. Ein Teilthema ist der „Management Passport“. Gesellschaften, die diesen „Pass“ erwerben, würden dann keine große Dependance in Luxemburg zur Fondsauflage mehr benötigen. „Es reicht dann ein Briefkasten“, verkürzt Mansfeld die Folgen. „Wir verhindern damit, dass Luxemburg weitere Firmenfunktionen jenseits der Administration an sich zieht, zum Beispiel Risiko- oder sogar Fondsmanagement.“

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