Innovative Investments
Die Angst vor Blasen wächst

Noch meiden Ökonomen das Wort „Rezession“ bei der Zukunftsbeschreibung der Weltwirtschaft. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Eintritt, wird größer. Zudem schüren die hohe Investitionen in Alternative Investments die Bedenken der Experten.

FRANKFURT. Jan Loeys und Nikolaos Panigirtzoglou von JP Morgan in London scheuen sich jedoch nicht, über Rezession zu sprechen. Auch Klaus Martini, weltweiter Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, sagt, die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs in den USA sei größer geworden. „Eine Rezession könnte Auslöser für das Platzen spekulativer Blasen am Markt für Alternative Investments sein“, warnt JP Morgan. Diese Anlageklassen wie Hedge-Fonds, Private Equity, Rohstoffe und Immobilien erlebten zuletzt einen starken Kapitalzufluss .

Die inzwischen erreichte Größe dieses Marktes schürt bei Experten Sorgen. Das Platzen spekulativer Blasen könnte erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Finanzwelt haben, fürchten sie. „Die Welt der Alternativen hat ein Volumen von drei Billionen Dollar erreicht“, warnen Loeys und Panigirtzoglou. Allerdings sei es schwierig, den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem sich eine spekulative Blase so weit aufgebläht habe, dass sie platze. Daher gelte es, die Marktentwicklungen immer wieder kritisch zu überprüfen.

Neben einer Rezession könnten auch andere Faktoren einen Knall an den Finanzmärkten auslösen und Risiken für Manager von Alternativ-Investment-Produkten hoch spülen. In der Vergangenheit platzten spekulative Blasen z.B. durch Unternehmenspleiten, Betrugsfälle, ungünstige Zinskonstellationen oder auch durch Warnungen von Notenbankern.

Signale für eine „Bubble“ gibt es grundsätzlich, wenn drei Elemente zusammentreffen: außerordentlich hohe Erträge, exorbitant hohe Bewertungen und zunehmende spekulative Aktivitäten in einer Anlageklasse. Spekulative Aktivitäten werden dabei als starker Kapitalzufluss, lebhafte Handelsumsätze und Einsatz von Derivaten sowie die Nutzung von Krediten definiert.

All diese drei Elemente erkennen die JP Morgan-Fachleute am Erdölmarkt, bei US-Gewerbe-Immobilien sehen sie zwei dieser Bubble-Elemente gegeben. Für in Private Equity und Hedge-Fonds investierende Anleger geben sie hingegen Entwarnung. Hier habe sich die Lage noch nicht dramatisch zugespitzt.

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