Insider-Geschäfte
Neue Ermittlungen in den USA

Mehr als drei Dutzend Manager von Hedge-Fonds und Broker sollen der US-Wertpapieraufsicht Rede und Antwort stehen. Vor allem das Zusammenwirken von Fonds, Investmentbanken, Kanzleien, Brokern und Wirtschaftsprüfern soll untersucht werden. Die Behörde kämpft derweil mit dem Vorwurf der Tatenlosigkeit.
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NEW YORK. Die US-Wertpapieraufsicht SEC verstärkt nach den Erfahrungen mit dem Galleon-Skandal ihre Ermittlungen wegen Insidergeschäften an der Wall Street. Mehr als 36 Hedge-Fonds-Manager und Broker haben Medieninformationen zufolge strafbewehrte Vorladungen erhalten. In einigen Fällen gehe es um Fusionen und Übernahmen im Gesundheitssektor aus den letzten drei Jahren, berichtete das "Wall Street Journal". Dabei geht es der SEC offenbar darum, das Zusammenwirken der Fonds mit Investmentbanken, Kanzleien, Brokern und Wirtschaftsprüfern zu verstehen und auf auffällige Muster hin zu untersuchen.

Seit Mitte Oktober Raj Rajaratam, Chef des Hedge-Fonds Galleon, wegen des Verdachts auf groß angelegte Insidergeschäfte verhaftet wurde, steht die SEC unter enormem politischem Druck. Ein Netz aus Fonds, Banken und Beratern rund um Galleon, so der Verdacht, hatte jahrelang systematisch Insiderinformationen gegen Geld weitergereicht. Der SEC wird vorgeworfen, diese Machenschaften Galleons zu lange nicht entdeckt zu haben. Zuletzt rollte die Behörde ein altes Verfahren gegen den Hedge-Fonds Pequot Capital wieder auf, weil ihr zwei Senatoren zu große Passivität in der Verfolgung des Fonds vorwarfen. "Derzeit dreht die SEC jeden Stein um, damit man ihr bloß keine Tatenlosigkeit vorwerfen kann", sagte ein auf Kapitalmarktrecht spezialisierter Verteidiger in New York.

Kontakte zu Goldman Sachs im Visier der Behörden

In den aktuellen Untersuchungen geht es nach Informationen des "Wall Street Journal" um neun Transaktionen im Gesundheitssektor seit 2006, bei denen Goldman Sachs oder andere Investmentbanken als Berater tätig waren. Zu den neun in den Blickpunkt gerückten Übernahmen gehört die Akquisition von Wyeth durch Pfizer und von Schering-Plough durch den Konkurrenten Merck.

Ein Sprecher von Goldman Sachs sagte, die Investmentbank verfüge über robuste Mechanismen und Vorgaben, um verdächtige Geschäfte zu entdecken. "Wenn wir diese entdecken, melden wir sie bei den Behörden, wie es das Gesetz verlangt." Die SEC wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.

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