Insolvenzverwalter: Viele Beteiligungen mit Problemen
Falk mit „Zügen eines Schneeballsystems“

Die Geschäfte der Falk-Gruppe trugen am Ende "Züge eines Schneeballsystems", stellt der vorläufige Insolvenzverwalter des Anbieters geschlossener Immobilienfonds, Josef Nachmann, fest. "Wirtschaftlich gesehen war das Unternehmen schon lange nicht mehr überlebensfähig", sagte Nachmann dem Handelsblatt.

HB MÜNCHEN. Die Einschätzung Nachmanns könnte für Falk gravierende Folgen haben. Sollten Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass es sich ab einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich um ein Schneeballsystem handelte, wären die danach abgeschlossenen Beteiligungsverträge "nichtig", erläuterte die Anleger-Anwältin Angelika Jackwerth. Die Anleger könnten ihre Einlagen zurückfordern.

Die Falk-Gruppe musste in der Vergangenheit eingegangene Zahlungsverpflichtungen wie Mietgarantien aus dem Neugeschäft befriedigen. Als dies nicht mehr möglich war, weil das Neugeschäft zusammenbrach, beantragten Anfang April 2005 vier Falk-Gesellschaften Insolvenz. Wie dramatisch der Beteiligungsabsatz absackte, zeigt eine Statistik des Fondsanalysten Stefan Loipfinger: Im vergangenen Jahr wurden nur noch Beteiligungen im Wert von rund 55 Mill. Euro bei Anlegern platziert - etwa ein Drittel des Volumens aus dem Jahr 2001. Nachdem der Versuch, den Falk-Fonds Nr. 80 zu platzieren, an einer Änderung des Steuerrechts 2004 scheiterte, wurde die Lage bedrohlich.

Die Falk-Gruppe sammelte über die Jahre bei rund 32 000 Anlegern etwa drei Mrd. Euro Anlagegelder ein. Aktuell bewirtschaften 65 Fonds 120 Immobilien, deren Jahresmieteinnahmen sich auf 70 Mill. Euro summieren. Von diesen Fonds firmieren 26 als Kommanditgesellschaften (KG), 39 als Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR). Der Unterschied: Die KG-Anleger haften nur mit Ihrer Einlage, die GbR-Investoren darüber hinaus mit ihrem Privatvermögen. "Etwa die Hälfte der Fonds haben wirtschaftliche Probleme, fünf sind insolvenzgefährdet", sagt Nachmann. Welche Fonds ließ er offen.

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