Institute richten sich auf steigende Nachfrage nach öko-sozialen Anlagen ein
Nachhaltige Dachfonds als neuer europäischer Trend

Der Markt nachhaltiger Geldanlagen, des Socially Responsible Investment (SRI) entsteigt den Kinderschuhen. Signal dafür ist, dass zunehmend Dachfonds aufgelegt werden. Im deutschsprachigen Raum gibt es seit kurzem sechs nachhaltige Dachfonds, mit der BHF als Neueinsteiger.

BERLIN. „Der Markt tritt in eine zweite Phase: Das Fondsuniversum ist jetzt umfangreich genug, um sinnvoll und erfolgreich Dachfonds auflegen zu können. Ihre Bedeutung wird steigen“, meint Paschen von Flotow, Leiter des Sustainable Business Institut (SBI) der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel.

In Europa bestünden inzwischen fast 400 ökologisch, ethisch und sozial orientierte Publikumsfonds mit einem Volumen von 25 Mrd. Euro. Davon seien in Deutschland mehr als 120 Fonds mit 8 Mrd. Euro Volumen zugelassen, etwa ein Drittel von ausländischen Anbietern. In Europa gibt es 25 Dachfonds, so von Flotow. Ihr Volumen ist noch nicht bekannt. Das SBI ist aber dabei, neben der öffentlich zugänglichen Datenbank für den deutschsprachige Raum eine europäische Datenbank zu Nachhaltigkeitsfonds aufzubauen.

„Der neue Trend zu Dachfonds ist in einigen europäischen Ländern zu sehen – das zeigt, dass der Markt reift“, bestätigt Philippe Spicher, Geschäftsführer der Siri Company, dem weltweit größten Netz unabhängiger Forschungs- und Ratingagenturen für Nachhaltigkeit, das alljährlich eine europäische Marktstudie macht. Auch färbe der allgemeine Finanzmarkttrend zu Dachfonds ab, meint Matt Christensen, Geschäftsführer von Eurosif, dem Europäischen Dachverband der SRI-Foren.

Zwei Motive macht Spicher für die Auflage nachhaltiger Dachfonds aus. Erstens wird das wachsende Angebot an Investmentfonds für institutionelle wie Privatanleger unübersichtlich, zumal die Fonds sehr unterschiedliche Konzepte haben. Kunden sich daher für Dachfonds, die die besten Publikumsfonds bündeln. „Für uns war eine solche Anfrage institutioneller Anleger Anlass, 2005 einen ethischen Dachfonds aufzulegen“, berichtet Gaetan Smets von der belgischen Ethias Bank.

Da es inzwischen genügend Investmentfonds gebe, steige zweitens das Interesse der Anbieter, Vorteile verschiedener Fonds hinsichtlich Rendite, Liquidität und Minimierung von Risiko und Schwankungsbreite zu kombinieren, sagt Spicher. Da Anbieter derart professionelles Management der Vermögen ihrer Kunden sicherstellen wollten, hätten Dachfonds wie die von Credit Suisse und Scandia in Großbritannien „eine glänzende Zukunft“, meint Mark Campanale von Henderson Global Investors. Der 2004 gestartete Credit Suisse Fond verwaltet 10,9 Mill. Pfund, der erst im Oktober 2005 lancierte von Skandia bereits 70 Mill. Pfund und erwartet dieses Jahr ein Wachstum von 30 Prozent.

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