Institutionelle Anleger müssen mit leicht steigenden Gesamtgebühren rechnen
Krasse Preisunterschiede prägen das Geschäft mit Spezialfonds

Auf dem deutschen Markt für Spezialfonds gibt es extreme Gebührenunterschiede. Das stellt Georg Seil als Ergebnis einer Umfrage fest.

FRANKFURT/M. Der Vorstand der Consultingfirma GSC-PPCmetrics in Wiesbaden registriert darüber hinaus vier maßgebliche Trends im Geschäft mit institutionellen Anlegern: zu höheren jährlichen Managementgebühren, zu geringeren Umsatzprovisionen, zu erfolgsabhängigen Vergütungen und zu höheren Entgelten für Dienstleistungen bei den speziellen Service-Investmentgesellschaften (Master-KAG). Per saldo erwarten Seil und andere Marktexperten leicht steigende Gesamtgebühren.

Die dem Handelsblatt vorliegende Studie berücksichtigt 46 Asset-Management-Firmen mit einem Vermögen von über 300 Mrd. Euro. Bereits in einer Umfrage vor eineinhalb Jahren hatte Seil krasse Unterschiede insbesondere bei den Managementgebühren ausgemacht. „Die Situation bleibt eklatant“, sagt Seil heute. Die maximalen Gebührendifferenzen hätten sich kaum zurückgebildet, betont er. Die Spannweiten lägen jetzt zwischen 130 und 830 Prozent bei Aktien bzw. 120 und 520 Prozent bei Anleihen, jeweils in Abhängigkeit von Anlageklasse und Fondsvolumen.

Nach Meinung von Experten fordern inländische Vermögensverwalter zwar weiterhin geringere Managementgebühren als ihre ausländischen Konkurrenten. „Aber die Inländer werden etwas teurer, die Ausländer etwas billiger“, sagt Seil.

Die Gründe für die grundsätzlichen Unterschiede liegen insbesondere in der typisch deutschen Vermischung von Gebührenkomponenten. Die oft einer Bank zugehörige Asset-Management-Firma verlangt einen eigentlich zu geringen Preis für ihre Leistung, dafür streicht die Mutterbank etwa für die Transaktionsabwicklung in den Wertpapierportfolios mehr ein. Ausländische Vermögensverwalter fordern häufig höhere Entgelte, weil sie (meist als unabhängige Anbieter) die typisch deutsche Subventionierung durch eine Mutterbank nicht kennen.

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