Institutionelle Investoren
Zwei Welten nähern sich an

Es sind mitunter auch unscheinbare Dinge, die im Investmentgeschäft nachhaltige strukturelle Veränderungen herbeiführen und somit Investoren wie auch Investmentgesellschaften neue Möglichkeiten eröffnen.

HB FRANKFURT. Seit vielen Jahren ist es etablierter Standard bei börsengehandelten Indexfonds (ETFs), dass Fondsanteile gegen Stellung von entsprechenden Vermögenswerten an institutionelle Investoren beziehungsweise Finanzintermediäre wie etwa Market Maker ausgegeben werden. Die Investmentgesellschaft erhält bei dieser Art des Geschäfts kein Bargeld, sondern etwa bei einem Aktienindexfonds einen Korb der im Index enthaltenen Aktien.

Was bei passiven Produkten relativ gut funktioniert, können Investmentgesellschaften zunehmend auch bei aktiv verwalteten Fonds nutzen. Diese Fonds können gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, die insbesondere ein Bewertungsgutachten durch einen unabhängigen Abschlussprüfer vorschreiben, Anteile an einem Fonds gegen Lieferung von Vermögenswerten ausgeben. Die Bedingung ist jedoch, dass diese Vermögenswerte dem Anlageziel und der Anlagepolitik des jeweiligen Fonds entsprechen. So ist es auch unter gewissen Voraussetzungen möglich, bei der Rückgabe von Fondsanteilen nicht den Gegenwert in bar zu überweisen, sondern einen Korb der entsprechenden Wertpapiere zu übertragen.

Institutionelle Investoren können auf diese Weise noch flexibler Gelder in einzelne Anteilsklassen eines Publikumsfonds anlegen. Derartige Anteilsklassen verfügen in der Regel je nach Mindestvolumen - in der Regel zwischen 100 000 bis zehn Mill. Euro - über unterschiedliche Gebührenstrukturen. So sind heutzutage auch Anteilsklassen vorhanden, die keine fixen Verwaltungsgebühr vorsehen, sondern individuell mit dem Investor vereinbart werden.

Eine Rückgabe der Anteile gegen Lieferung von Vermögenswerten kommt zum Beispiel in Betracht, wenn der Anleger sein Investment im Publikumsfonds nicht auflösen, sondern die zugrunde liegenden Wertpapiere - etwa Aktien oder Anleihen - in ein institutionelles Mandat überführen möchte. Das klassische institutionelle Mandat, das in Deutschland traditionell von Spezialfonds geprägt ist, wird somit enger an die Publikumsfondswelt herangeführt.

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