Internationales Treffen der Vermögensverwalter
Stehbuffet mit Rindfleisch und Kartoffeln

In Monte Carlo treffen sich einmal im Jahr die ganz großen Vermögensverwalter. Doch diesmal ist eine gewissen Bescheidenheit eingetreten. Keine üppigen Mahlzeiten, kein Champagner. Ein Stimmungsbericht.

MONTE CARLO. Zum ersten Mal seit langen Jahren gerät der Stress gewohnte Julian aus der Fassung. Es reicht die Frage: "Wie viele Aussteller sind es denn dieses Mal weniger hier als noch vor zwei Jahren?" Darauf komme es doch gar nicht an, raunzt er. Die Frage nervt ihn. Eine Zahl will er nicht nennen. So eine Frage wird eben auch nur bei einer ganz großen Veranstaltung gestellt, nicht bei irgendeiner kleinen Konferenz. Bei dieser Erklärung beruhigt sich Julian wieder.

Julian Kirby managt das große internationale Treffen der Vermögensverwalter in Monte Carlo, ist im roten T-Shirt ständig zwischen Konferenzräumen auf zwei Ebenen und dem Bereich der Ausstellungsstände unterwegs, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Einmal im Jahr trifft sich hier die Creme de la Creme der internationalen Vermögensverwalter zum Ideenaustausch und Networking - Monacos Hauptstadt als Kontakthof. Geld trifft ganz großes Geld.

Doch in diesem Jahr ist eine gewisse Bescheidenheit eingekehrt, auch wenn Julian nicht darüber reden mag. Über 800 Branchenvertreter hat es in die Mittelmeerstadt gezogen, in dem architektonischen Desaster aus Beton und Hochhäusern, eingeklemmt zwischen Meer und steil ansteigenden Felsen, sucht die Branche Orientierung. 50 Aussteller sind hier, darunter auch die Deutsche Börse. Die Bilanz nach zwei Finanzkrisenjahren ist tiefrot - wie könnte es anders sein. Vermögen sind kollabiert, Anleger in Scharen aus Fonds geflüchtet. Börsenkollaps, Lehman-Pleite und der Madoff-Betrug haben das Vertrauen hinweggefegt. Und jetzt? Die Frage treibt die Branche um.

Über 800 Teilnehmer, das ist in diesem Umfeld schon ein Erfolg. Zu besten Zeiten, vor zwei Jahren kamen noch 1 300 hier her. 4 000 Pfund müssen sie für das viertägige Paket aus Diskussionsrunden und Fachvorträgen auf den Tisch legen. Teurer geht?s nicht. Neben dem Kontakt mit den CEOs gibt es dafür ungewohnt offene Worte und Selbstkritik von den Fondskapitänen. "Der Vertrieb ist schuld", sagen die einen. "Wir haben die falschen Produkte" die anderen.

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