Interview
"Asiatische Länder bieten Potenzial"

Mit Exchange Traded Funds (ETFs) können Anleger zwar bereits in viele Anlagefelder investieren. Dennoch sieht Thomas Meyer zu Drewer, ETF-Deutschland-Chef bei der Fondsgesellschaft Lyxor AM in Frankfurt, Bedarf an neuen Themen.

Herr Meyer zu Drewer, die Palette der Anlagethemen von ETFs ist schon sehr umfangreich. Was fehlt jetzt noch?

Die Emerging Markets sind noch nicht vollständig abgedeckt. Das Angebot wird deshalb unter anderem in diesem Bereich weiter wachsen. Insbesondere asiatische Schwellenländer bieten in vielen Fällen ein Renditepotenzial, das über dem der entwickelten Industrieländer liegt. Ein Investment in Emerging Markets ist jedoch oft mit hohen Hürden verbunden - ETFs erleichtern den Zugang.

Bei diesen Investments stehen Aktien im Mittelpunkt. Wie sieht es darüber hinaus mit Rentenanlagen aus?

Investoren können zwar bereits heute aus einer großen Palette an Renten-ETFs auswählen, trotzdem gibt es bei dieser Asset-Klasse noch einige weiße Flecken auf der europäischen Anlagelandkarte. Das betrifft Währungen und Laufzeiten ebenso wie Schuldner-Gruppen. Diese Lücken werden nach und nach geschlossen.

Aber droht der Anleger angesichts der wachsenden Vielfalt der ETFs nicht den Überblick zu verlieren?

Das sehe ich nicht. Privatanleger und professionelle Investoren profitieren von der Vielfalt, weil sie die Asset Allocation genannte Verteilung ihres Anlagekapitals optimieren können. Das betrifft Asset-Klassen und Regionen, aber auch die Emittenten der ETFs. Institutionelle Anleger wollen auch in diesem Punkt das Prinzip der Streuung befolgen und ihre Gelder auf mehrere Adressen verteilen.

Der Laie könnte jedoch mit der Asset Allocation überfordert sein. Was soll der denn machen?

Für ihn empfiehlt sich ein ETF auf einen möglichst breit angelegten Index. Dollar-Skeptiker könnten beispielsweise den Fokus auf den Euroraum legen und sich für einen ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 entscheiden. Mit einer einzigen Börsentransaktion sind sie dann in die 50 größten Aktiengesellschaften Europas investiert. Als Beimischung bieten sich beispielsweise ETFs auf asiatische Aktienindizes oder Rohstoffe an. Da sehe ich die Privatanleger keineswegs überfordert. Dass diese Gruppe einstweilen erst sehr vereinzelt in Exchange Traded Funds investiert, hat andere Gründe. Die liegen in den gewachsenen Beratungs- und Verdienststrukturen des herkömmlichen Anlagemarktes.

Die Fragen stellte Martin .

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