Interview Frank Wenzel
„In Europa sehen wir Potenzial“

Der Chef-Stratege von Axa Investment Managers hält zeitnah weitere Korrekturen an den Börsen der Welt für möglich. Bis zum Jahresende aber könnten manche Märkte wieder aufholen. Wo genau Wenzel die Chancen sieht.
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FrankfurtFranz Wenzel schwört auf Europa und Asien. Der Chef-Stratege der Vermögensverwaltung des französischen Versicherers Axa, Axa Investment Managers, erklärt seine Strategie für 340 Milliarden Euro gemanagtes Vermögen.

Handelsblatt: Herr Wenzel, wo stehen die Aktienmärkte?
Franz Wenzel: Ich schließe eine weitere Korrektur nicht aus.

Wie weit kann die gehen?
Weltweit noch um fünf bis acht Prozent: in Europa und den Schwellenländern eher acht Prozent, in den USA eher fünf Prozent.

Sie rechnen also nicht mit einem Ausverkauf in Schwellenländern?
Nein, Anleger sind verunsichert nach den jüngsten schwachen Konjunkturzahlen aus China. Zudem sorgt man sich um eine Anleihe des Pflanzenschutzherstellers CWC, der den Bond nicht zurückzahlen kann.

Und Sie?
Wir hoffen, dass die chinesische Regierung der Firma hilft. Und wir rechnen damit, dass der Druck nach unten in Schwellenländern nachlässt. Die Wachstumsraten in China sind am Ende eines Jahres immer schwach. Wir haben unsere Prognose für das Land für 2014 von 7,25 auf 7,5 Prozent angehoben.

Warum das?
Private Einkommen steigen in China um 13 bis 15 Prozent, der Konsum bleibt hoch. Es gibt Probleme im Finanzsystem, aber Peking wird das Wachstum stützen und dies mit der Zentralbank austarieren.

Und die Aktienmärkte generell?
Im Moment überwiegen die Sorgen über das weltweite Wachstum nach zuletzt eher schwächeren Firmenquartalszahlen. Weltkonzerne wie GE und Samsung enttäuschten, das drückt die Stimmung. Doch vor allem in Europa sehen wir enormes Potenzial für Gewinnwachstum.

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