Interview mit Christoph Bruns: Im MDax schlägt das Herz der deutschen Wirtschaft

Interview mit Christoph Bruns
„In Krisenzeiten schlafe ich am besten“

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Im MDax schlägt das Herz der deutschen Wirtschaft

Die japanische Währung  hat binnen weniger Wochen fast 25 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren.
Die extrem starke Abwertung durch die Notenbank war überraschend. Das Land hat sich seit seiner Krise in den 90er-Jahren nicht erholt, die Aktien sind überwiegend billig. Bisher fehlte der Katalysator, damit die Wirtschaft und damit auch der Aktienmarkt ordentlich in Schwung kommen. Den haben wir nun.

Sind sie in japanischen Aktien investiert?
Ja, wir halten knapp drei Prozent japanische Aktien – den wir mit der erwähnten Wette gegen den Yen abgesichert hatten. Drei Prozent sind aber zu wenig, denn Japan wird das Thema des Jahres für Anleger. Japanische Aktien sollten mit Faktor zwei bis drei von der Abwertung des Yen profitieren, also 40 bis 60 Prozent steigen. Es sei denn, der Yen erholt sich.

Wie viel sollten Anleger in japanische Aktien stecken?
Im MSCI World ist Japan mit fast zehn Prozent vertreten. Warum also nicht zehn bis 15 Prozent des Portfolios investieren, wenn dort dieses Jahr die größten Chancen locken. Keine Nation ist von einem Erstarken der japanischen Wirtschaft übrigens so betroffen wie Deutschland. Schließlich sind beide Staaten starke Wettbewerber bei Investitionsgütern.

Welche Branche könnte es besonders treffen?
Die Automobilbranche. Wir haben in den vergangenen Monaten an der Frankfurter Börse eine wahre Autorally erlebt. Die Japaner sind gewichtige Autobauer. Trotz starker Währung haben sie beispielsweise in den USA Monat für Monat viel mehr Autos als die Deutschen verkauft. Mal sehen, wie sich das nun nach der Abwertung des Yen weiter entwickelt. Das wird spannend, auch an der Börse.

Gibt es neben Japan noch weitere interessante Länder für Anleger?
Nach wie vor lohnt es sich sicher, sich in Südeuropa umzuschauen. Dort gibt es gute Konzerne, die in der Krise an der Börse zu Unrecht abgestraft wurden. Wir haben außer etlichen Nebenwerten beispielsweise den italienischen Kaffeemaschinen-Hersteller Delonghi und Berlusconis Mediaset in Beobachtung.  Auch Frankreich ist einen Blick wert.

Die Standardwerte haben sich in vielen Ländern sichtlich erholt. Lohnt der Einstieg noch?
Wie nach jeder Krise, ist das Geld erst in die großen Werte geflossen. Mit Blue Chips fühlen sich Investoren eben wohler. Erst danach wagen sie ein Blick in die zweite Reihe. Dass sich der lohnt, sehen wir in Deutschland. Der MDax hat sein Rekordhoch im Gegensatz zum Dax längst erreicht. Auch unser größter Wert Bechtle hat sich sehr gut entwickelt. Anleger sollten ihre Investments nicht nach Größe sondern nach Güte auswählen. Im MDax schlägt das Herz der deutschen Wirtschaft.

Kommentare zu " Interview mit Christoph Bruns: „In Krisenzeiten schlafe ich am besten“"

Alle Kommentare
  • Physische replizierende ETF sowie aktive Fonds haben ebenfalls ein durch Collaterals gemildertes Kontrahentenrisiko durch die Leihe die sie praktizieren.
    Den Swaps steht ebenfalls ein Collateral Basket gegenueber, desweiteren wird der Swap laufend nachgezogen und Collateral Management betrieben sodass das eh begrenzte Eventual Kontrahentenrisiko noch weiter reduziert wird.
    Bei Moningstar oder in einer Johannig Studie kann man sich hierueber sicher genauer informieren als bei Twitter/Suite101, aber ich gebe Ihnen Credit dafuer dass sie mit ihrer Kritik wenigstens nicht mehr auf dem sonst ueblichen Panikmachestand von vor zwei Jahren- als diese Diskussion aufkam- sind.

  • Die Schattenseite der synthetischen Replikation ist, dass Swaps derivative Finanzinstrumente sind – und die genießen bei vielen Anlegern seit der Finanzkrise keinen guten Ruf mehr. Zudem gibt es bei Swaps das Risiko, dass der Kontrahent ausfällt, der Vertragspartner des Fonds also. Allerdings ist der Anteil von Swaps am Nettoinventarwert (NAV) eines Fonds durch die Richtlinien der Europäischen Fondsregulierung auf höchstens zehn Prozent begrenzt. Zudem verweisen die Fondsgesellschaften auf die hohe Bonität ihrer Swap-Partner: Lyxor ETF swappt mit seiner Muttergesellschaft, der französischen Großbank Société Générale, bei den db x-trackers ist der Vertragspartner die Deutsche Bank selbst. Und die kann schließlich nicht pleite gehen.

    Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: ETFs: volle oder synthetische Replikation?: Ein Vergleich voll replizierender und Swap-basierter Indexfonds | Suite101.de http://suite101.de/article/etfs-volle-oder-synthetische-replikation-a53764#ixzz2K7Eb7Wec
    Follow us: @suite101 on Twitter | Suite101 on Facebook

  • Hmm- auch das scheint nicht ganz korrekt zu sein.
    Laut der hauseigenen Broschuere (weiterer Grund zur Vorsicht) betrug der Mehrertrag 8.8% auf 5 Jahre, wovon das Gros auf das Jahr 2009 entfiel- wohl durch Kasse im freien Q1Fall. Danach sieht's mau aus- also auch wie so oft ein negativer/underperformender $weighted return.
    Und das alles noch ohne Steuern, welche bei aktiven Fonds immer hoeher ausfallen als bei passiven und somit die Nettorendite schmaelern, und ohne den 5% Ausgabeaufschlag...
    Synthetisch replizierende TR-ETF bilden mittlerweile die Indizes 1:1 ab und generieren ein weiteres % Outperformance gegenueber aktiven Fonds durch den Steuerstundungs bzw. bei BTH Steuerspareffekt der reinvestierten Dividenden- somit ist der 2.Teil ihrer Aussage komplett falsch.

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