Interview mit Christoph Bruns: In Europa gibt es interessante Anlagemöglichkeiten als den Dax

Interview mit Christoph Bruns
„In Krisenzeiten schlafe ich am besten“

In Europa gibt es interessante Anlagemöglichkeiten als den Dax

In der ersten Reihe gibt es auch Branchen, die zurückgeblieben sind – beispielsweise die Versorger.
Mit den Versorgern ist das so eine Sache. Sie sind quasi halbstaatlich, ihnen ging es viel zu lange viel zu gut. Sie haben teuer zugekauft, ihre Beteiligungen billig wieder verkauft. Ihr Schuldenstand ist hoch. Es fehlt der Wandel zu eigentümerorientiertem Management.

Viel Kritik. Sie haben also keine deutschen Versorger im Depot?
Nein, haben wir nicht. Natürlich kann man sich die Versorger auf dem derzeitigen Kursniveau anschauen. Mit dem Preis könnte ich sogar leben, aber es fehlt der Katalysator, eine Strategie, die für Phantasie an der Börse sorgen könnte.

Die Verlierer 2012 werden also auch 2013 die Verlierer an der Börse sein?
Nein, ich glaube nicht, dass es mit ihren Kursen viel weiter runtergeht. Aber eben auch nicht unbedingt rauf. Eon und RWE stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Politik lässt sie fallen, ihr Geschäftsmodell ist mit der Energiewende zerbröselt, dazu immense Schulden. Wie gesagt, es fehlt die Strategie.

Sehen sie andere Einstiegschancen im Dax?
Eher nicht, denn viele Dax-Aktien sind teuer geworden. Deshalb ist eine langsamere Gangart zu erwarten. Im vergangenen Jahr hat der Dax fast 30 Prozent zugelegt. Solche Zuwächse sieht man selten zwei Jahre in Folge. Und dann ist 2013 auch noch ein Wahljahr. Was kann man da schon groß erwarten?

Also lieber Gewinne mitnehmen?
Warum nicht? In Europa gibt es derzeit sicher interessantere Anlagemöglichkeiten. Japanische Aktien dürften in den Depots deutscher Privatanleger auch untergewichtet sein. Auch Schwellenländer sind nach einigen schwachen Jahren wieder attraktiv.
Herr Bruns, danke für das Interview.

 

 

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
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