Interview mit Ingo Gefeke
„Ich will mit der DWS in die Top Five“

Ingo Gefeke ist der neue starke Mann der DWS. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt der globaler Leiter Vertrieb und Produktmanagement welche Rolle das Fondshaus künftig international spielen soll und welche Rolle die Frankfurter Zentrale künftig hat.
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Herr Gefeke, Sie sind knapp fünf Monate im Amt. Was wollen Sie anders machen?

Wichtiger als die Ernennung meiner Person war die strukturelle Veränderung der DWS vor fünf Monaten. Bis dahin war die DWS mit Geschäftseinheiten in Europa, Amerika und Asien regional organisiert. Heute sind wir global aufgestellt mit der Zentrale in Frankfurt. Hier laufen alle Fäden zusammen, alle wichtigen Entscheidungen werden hier getroffen, für die Anlagestrategien von Aktien und Renten ebenso wie für den Vertrieb und das Produktmanagement. Diese Entwicklung möchte ich vorantreiben und die DWS damit zu einem der ganz großen internationalen Vermögensverwalter machen.

Es gab in der Branche große Diskussionen um den Abgang des früheren Europachefs Stephan Kunze und einen Kulturkampf zwischen der DWS und der Deutsche Bank.

Es gibt keinen Kulturkampf. Das Asset Management der Deutschen Bank wird von Kevin Parker geleitet, und Kevin Parker war es, der mit der Globalisierung und Zentralisierung in Frankfurt die DWS aufgewertet hat. Die Entwicklung von einer regionalen zu einer zentralen Organisation bedeutet aber eben auch, dass es die Funktion von Regionalchefs in Asien, Amerika und Europa nicht mehr gibt.

Warum diese Globalstruktur?

Sie erlaubt uns, das Unternehmen straffer zu führen und die Expertise in Frankfurt weltweit unmittelbarer und schneller einzusetzen. Damit reagieren wir auch auf die Finanzkrise, die den Wettbewerb härter und die Kunden kritischer werden ließ. Die frühere Struktur wäre heute falsch. Zum ersten Mal werden wir heute mit funktionalen, globalen Zuständigkeiten wirklich international aktiv. Klaus Kaldemorgen ist weltweit verantwortlich für Aktien, Asoka Wöhrmann für Anleihen und ich für Produktmanagement und Vertrieb.

Welches Ziel hat die Globalstrategie?

Derzeit sind wir weltweit im Publikumsfondsgeschäft auf Platz elf. Ich möchte uns aber unter den ersten fünf Adressen sehen. In Deutschland wollen wir die Marktführung behaupten.

Ihre deutschen Konkurrenten werden aber stärker.

Meine Konkurrenten sind die großen internationalen Häuser. Die größten deutschen Wettbewerber beneide ich um ihr Vertriebsnetz. Wir haben unterschiedliche Geschäftsmodelle, und ich finde, wir sollten in Deutschland weiter blicken als bis zum Zaun des Nachbarn. Es ist für den deutschen Fondsstandort insgesamt nicht förderlich, wenn inländische Wettbewerber ausländischen Fondsanbietern über strategische Partnerschaften – indem sie deren Produkte mit anbieten – ein Einfallstor in den deutschen Absatzmarkt öffnen, deutsche Anbieter, wie die DWS, aber ausschließen. Da bin ich ganz Wirtschaftspatriot. Deshalb bin ich auch stolz darauf, dass die DWS in Frankfurt ihre Zentrale hat, hier produziert und von hier aus international agiert. Das macht so keine andere deutsche Fondsgesellschaft.

Ist Ihr Wachstumsziel nicht sehr ehrgeizig? International wollte die DWS ja schon immer sein.

Wir sind stark in Deutschland, aber noch nicht stark genug im Ausland. Dabei haben wir gute Voraussetzungen. Wir sind auf dem wichtigen Markt USA...

...aber der Erfolg dort ist geringer als ursprünglich nach dem Kauf von Scudder geplant.

Das ist richtig. Und wir hatten auch Abflüsse. Doch im dritten Quartal sind uns Mittel netto zugeflossen. Wir können dort also verkaufen und verwalten rund 120 Mrd. Dollar an Fondsvermögen. Es gibt dort seit kurzem ein neues Management-Komitee und mit Michael Woods einen neuen Vertriebschef. In Asien sind wir in Japan erfolgreich, verfügen über ein profitables Geschäft in Indien und haben mit unserer Beteiligung an der zweitgrößten chinesischen Anlagefirma Harvest eine hervorragende Ausgangsposition in diesem wichtigen Zukunftsmarkt.

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