Interview
„Nicht die Zukunft prognostizieren“

Die Märkte sprechen ihre eigene Sprache. Das glaubt zumindest Kenneth S. Webster, Präsident von JW Henry & Co. in Boca Raton. Im Handelsblatt-Interview erklärt er, warum Anleger dennoch in Managed Futures investieren sollten.

Die Hedge-Fonds-Branche hat recht schwierige Zeiten hinter sich gebracht. Wie ist die Lage heute?

Im Nachhinein betrachtet, werden die Leute auch das Positive an den Anlageklassen Hedge-Fonds und Managed Futures erkennen. Wir bei JW Henry sind mit zweistelligen prozentualen Ergebnissteigerungen sehr gut durch die vergangenen 24 Monate gekommen. Hier zeigt sich unsere 28-jährige Finanzmarkt-Erfahrung.

Was haben sie denn besser gemacht als andere?

Unser Erfolg liegt darin, dass wir im Gegensatz zu anderen Finanzmarktakteuren nicht versucht haben, die Zukunft zu prognostizieren. Die Märkte sprechen ihre eigene Sprache - das nutzen wir mit unseren Trendfolgemodellen.

Der Rückgang des von JW Henry & Co. verwalteten Vermögens spricht eine andere Sprache. Hier ist von Erfolg keine Spur ?

... halt, halt - dieser Rückgang resultiert allein daraus, dass Merrill Lynch als einst größter Kunde genau am Höchstpunkt des Aktienmarktes einen großen Teil des Geldes aus unseren CTA-Programmen abgezogen hat und gemeint hat, man könne selbst bessere Ergebnisse erwirtschaften. Unsere zweistelligen positiven Anlageresultate genügten denen nicht mehr.

Warum sollten Anleger in Managed Futures investieren?

Unsere Branche bietet jene Diversifikation, die Anleger in solch turbulenten Zeiten dringend benötigen. Ich kann jene Investoren nicht verstehen, die nach den Erfahrungen des Jahres 2008 heute noch immer den Long-Only-Ansatz verfolgen, indem sie in Aktien investieren und darauf warten, dass die Kurse steigen. Die goldenen Zeiten am Aktienmarkt sind vorbei.

Was genau steckt hinter den Begriffen Managed Futures und CTA?

Es handelt sich dabei um eine Anlageform, bei der als CTA (Commodity Trading Advisor) bezeichnete Spezialisten versuchen, das ihnen von Anlegern anvertraute Geld in Derivaten wie Futures an den Terminbörsen zu vermehren.

Das heißt, Sie setzen sowohl auf steigende wie auch auf fallende Kurse von Vermögenswerten?

Ja, wir sind an rund 80 Terminmärkten rund um den Globus aktiv und suchen dort nach klaren Kurstrends. Unser Motto lautet "The trend is your friend". Bei unseren vollautomatisierten Trendfolgemodellen werden Anlageentscheidungen ausschließlich vom Computer getroffen. Wir schalten also emotionales Fehlverhalten von Menschen völlig aus.

Welchen Anteil des Vermögens sollten Anleger in dieser alternativen Investmentform halten?

Das hängt vom Finanz-Fachwissen der Anleger ab. Auf alle Fälle zwischen fünf und zehn Prozent. Wissenschaftliche Untersuchungen raten sogar zu einem Anteil zwischen zehn und 20 Prozent.

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