Interview zum Goldboom: „Ein Minenfeld im wahrsten Sinne des Wortes“

Interview zum Goldboom
„Ein Minenfeld im wahrsten Sinne des Wortes“

Angesichts der Goldrally fragen sich viele Anleger, ob sie allmählich aussteigen sollten. Fondsmanager Walter Wehrli verrät, ob es eine Blase gibt, welche Anlagen noch Potenzial haben und wo gefährliche Risiken lauern.
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Herr Wehrli, Gold hat in den vergangenen Jahren eine fulminante Rally hingelegt. Kann der Preis weiter steigen?

Der Goldpreis hat noch Potenzial. Vor allem weil die Unsicherheit an den Finanzmärkten bleibt. Die Staatsschuldenkrise ist noch längst nicht vorbei. Leider liefern die Politiker aktuell eher Lippenbekenntnisse als den ernsthaften Willen zur Konsolidierung. Die makroökonomischen Risiken bleiben. Und die Notenbanken sind offenbar nicht mehr so unabhängig von der Politik, wie sie sein sollten.

Wie viel kostet die Unze am Ende des Jahres?

Schwierige Frage. Das lässt sich angesichts der politischen Einflüsse kaum vorhersagen. 1800 bis 1900 US-Dollar könnten es aber durchaus sein.

Wann platzt die Blase?

Es gibt keine Blase, Gold ist nicht überkauft. In unseren Fonds spüren wir keine Überaktivität. Die Angst vor Ausfällen und Inflation treibt Anleger immer noch um. In Schweizer Franken gerechnet, hat der Goldpreis beispielsweise noch nicht das Hoch aus den vergangenen zwei Jahren erreicht. Franken und Gold sind aktuell die Krisenwährung. Eine kurzfristige Korrektur, etwa wegen technischen Gründen um bis zu zehn Prozent ist aber in den nächsten Monaten möglich.

Bei welchen Anzeichen auf dem Markt sollten Anleger vorsichtig werden?

Wenn sich die Makroökonomie beruhigt, sollten Goldinvestoren vorsichtig werden. Davon sind wir aktuell aber weit entfernt. Anzeichen für Blasenbildung sind auch, wenn die Einlagen in entsprechenden ETFs stark ansteigen und Kurse von Goldminenwerten vor allem im Explorationsbereich explodieren. Auch die Zu- und Abflüsse bei Goldfonds sollten Anleger im Auge behalten. Ich werde immer dann vorsichtig, wenn die Presse unkritisch wird, etwa Boulevardmedien sich dem Goldkauf annehmen. Das ist für mich ein klares Warnsignal.

Kommentare zu " Interview zum Goldboom: „Ein Minenfeld im wahrsten Sinne des Wortes“"

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  • `Warum es zu Gold keine Alternative gibt´, so sollte eigentlich die Überschrift lauten (dieser Satz kommt auch in dem Interview vor!) stattdessen und typisch für das Handelsblatt (lange Zeit schon wird penetrant gegen Goldanlagen geschrieben; schade eigentlich für die treuen Leser!), naja Sie haben es ja schon selbst gelesen!

  • Ja, Sie haben völlig recht. Vielen Dank für den Hinweis, ist geändert.

  • Der Plural von ETF lautet ETFs, nicht "ETF´s"! Off Topic, aber es sind genau solche Artikel, durch die arglose Leser mit der Seuche Apostrophitis infiziert werden. Wenn man´s nur oft genug liest, glaubt man irgendwann tatsächlich, vor ein Plural-s bei Abkürzungen gehöre ein Auslassungszeichen. Und dann schreibt man so unsinnige Dinge wie "ETF`s", "FAQ`s" oder "AGB`s"...

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