Invesco verzichtet auf Index-Schwergewichte und hat Erfolg damit
Manager von Europa-Fonds vertrauen Computerauswahl

Aus einem Universum von mehreren tausend in Europa gehandelten Aktien jene mit den günstigsten Kursaussichten herauszufiltern, daran ist schon so mancher Fondsmanager gescheitert. Deshalb orientieren sich viele Manager an gängigen Indizes wie Stoxx 50 oder MSCI Europe - oder sie nutzen quantitative Analysemodelle, die aus der Summe diverser Kennzahlen eine Auswahl treffen.

HAMBURG. Letzteres setzt die amerikanisch-britische Investmentgesellschaft Invesco seit Ende 2005 auch beim Invesco Europa Core Aktienfonds um. "Wir berechnen für insgesamt 1 078 europäische Aktien einen täglichen Attraktivitätswert", sagt Co-Manager Thorsten Paarmann. Dabei stehen vier Kriterien im Vordergrund: die Bewertung, die relative Stärke der Aktie, das Management der Unternehmen sowie die Frage, ob und in welchem Umfang es zu Gewinnrevisionen kommt. Die dabei jeweils erreichten Werte werden aggregiert, und am Ende steht ein monatlich angepasstes Portfolio aus 55 bis 70 Aktien.

Bislang ging das Konzept auf: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 328 Europa-Fonds belegt der Invesco Europa Core Aktienfonds mit einem Wertzuwachs von 25,69 Prozent den ersten Platz (Tabelle). Das gute Abschneiden führt Paarmann unter anderem auf den Verzicht auf Indexschwergewichte wie Total, BP, Shell, HSBC oder Royal Bank of Scotland zurück. Statt auf Großbanken und Versicherungen setzten Paarmann und seine Mitstreiter Michael Fraikin und Manuela von Ditfurth im Finanzsektor vor allem auf Börsenbetreiber wie Euronext, Deutsche Börse oder London Stock Exchange, die sich weit überdurchschnittlich entwickelten. Einen wichtigen Beitrag lieferte auch die nach wie vor zu den größten Einzelbeteiligungen gehörende Salzgitter-Aktie.

Seit Jahresbeginn neu ins Portfolio kamen mit Tandberg, einem norwegischen Anbieter von Videokonferenzsystemen, und dem britischen Öl- und Gasdienstleister Hunting lediglich zwei Firmen. Die weiteren Aussichten für die europäischen Aktienmärkte beurteilt Paarmann angesichts nachhaltig steigender Unternehmensgewinne als unverändert gut.

Wenig Glück mit der quantitativ gesteuerten Aktienauswahl hatte dagegen in den vergangenen zwölf Monaten die Hamburger Hansainvest. Dort brachte die Strategie, anhand fundamentaler und technischer Kennzahlen aus den 50 Titeln des Stoxx 50 die jeweils 25 interessantesten herauszufiltern, nur einen Wertzuwachs von 3,82 Prozent zustande. "Bei den alle drei Monate durchgeführten Anpassungen haben wir uns zu stark von technischen Faktoren wie der relativen Stärke leiten lassen", sagt Christian Thormann von der Hansainvest-Schwester Signal Iduna Asset Management.

Autor: Egon Wachtendorf, Das Investment

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