Investieren in chancenreichen Märkten
In Osteuropa dominieren die Exoten-Fonds

Fonds-Investments in Osteuropa sind spezialisierter Natur: Die Berenberg Bank setzt auf den Balkan und das Baltikum, deren Märkte sich überdurchschnittlich entwickelten. Die SEB dagegen vertraut auf Nebenwerte, die besser laufen als hochkapitalisierte Firmen.

HAMBURG. Ralph Luther ist Spezialist für Nischenmärkte. Der Fondsmanager der Hamburger Berenberg Bank betreut seit 1998 den einzigen reinen Griechenland-Fonds auf dem deutschen Markt. Im März vergangenen Jahres kam mit dem Berenberg-Balkan-Baltikum-Universal ein weiterer Exot hinzu. Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 27,08 Prozent gelang dem Neuling in seiner Vergleichsgruppe der Osteuropa-Fonds prompt der Sprung auf Platz zwei (Tabelle).

„2006 liefen die Aktienmärkte im Baltikum besser als in anderen Ländern Osteuropas; seit Januar beflügeln die Märkte auf dem Balkan die Wertentwicklung“, sagt Luther. Zu seinem Anlageuniversum gehören neben Estland, Lettland, Litauen, Kroatien, Rumänien und Bulgarien auch die Ukraine und die Türkei. Deren Gewichtung variiert er je nach Marktlage; beigemischt werden zudem Nachbarländer wie Griechenland oder Slowenien. Russland und Polen lässt Luther dagegen bewusst außen vor, um sich von klassischen Osteuropa-Fonds abzuheben.

Zu seinen aktuellen Länderfavoriten zählt der Berenberg-Manager derzeit Rumänien, das er mit 16 Prozent am höchsten gewichtet. „Die Aktienkurse treten trotz sehr guter Wirtschafts- und Unternehmensdaten auf der Stelle. Wir rechnen daher mit großem Aufwärtspotenzial“, sagt Luther. Bei der Einzeltitelauswahl geht er in zwei Schritten vor: Etwa 75 Prozent der Länderportfolios entsprechen den jeweiligen Länderindizes, die verbleibenden 25 Prozent entfallen überwiegend auf Aktien aus der zweiten Reihe.

Für Wojciech Rostworowski stehen Nebenwerte dagegen im Mittelpunkt der Anlagestrategie. Im Portfolio seines SEB Eastern Europe Small Cap sind sie generell mit mindestens 50 Prozent vertreten– eine Mischung, die dem Fonds in den vergangenen zwölf Monaten gut bekam: Mit einem Wertzuwachs von 37,42 Prozent belegt er mit deutlichem Vorsprung den Spitzenplatz seiner Vergleichsgruppe. Für die kommenden Monate gibt sich Rostworowski jedoch vorsichtig. „Nebenwerte laufen bereits seit 2002 besser als Aktien höher kapitalisierter Unternehmen“, warnt er.

Jan Richter, Analyst der Münchner Beratungsgesellschaft Fonds Consult, sieht in beiden Produkten eine interessante Ergänzung zu klassischen Osteuropa-Fonds. „Beide Manager decken überaus chancenreiche Märkte ab und bieten eine breitere Länderstreuung als viele klassische Osteuropa-Fonds, die oft sehr hoch in Russland gewichtet sind“, sagt er. Die geringe Liquidität der Zielbörsen sieht Richter für beide Fonds als momentan wenig problematisch an.

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