Investment auf Rohstoffindizes ist sehr flexibel
Zertifikate auf Rohstoffe bringen hohe Erträge

Die steigenden Rohstoffpreise haben in den vergangenen Jahren zu einem steigenden Interesse an Rohstoffen als Anlageklasse geführt.

Die an organisierten Börsen gehandelten Rohstoffe lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen: Energie, Basismetalle, Edelmetalle und land- und viehwirtschaftliche Rohstoffe. Investierbar werden Rohstoffe erst durch die Zusammenfassung in Indizes, wie zum Beispiel die Indizes GSCI, DJ AIG oder Rogers, deren Wertentwicklung mit Zertifikaten abgebildet werden kann. Bemerkenswert ist hierbei die Gestaltung als "Excess Return"-Indizes (mit Überschussrenditen), und dies hat folgenden Grund: Allen Rohstoffen ist gemeinsam, dass sie nur an Terminmärkten - und nicht wie Aktien an einem Kassamarkt - gehandelt werden können (denn "Kassa" würde eine physische Lieferung bedeuten). "Excess Return"-Indizes bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen nicht direkt, sondern als ein rollierendes Investment in kurzlaufende Terminkontrakten ab. Da bei Rohstoffen meistens die Terminpreise niedriger als die "Kassa"-Preise notieren (was mit der Lagerhaltung zusammenhängt), ermöglicht das Investment auf Termin, allein durch den Zeitfaktor eine Wertsteigerung und damit einen Zusatzertrag zu erzielen. Neben der Wertentwicklung der Rohstoffe selbst, die durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ist also der Zusatzertrag, ähnlich den Dividenden bei Aktien oder den Kupons bei Anleihen, entscheidend.

Historisch haben Rohstoffe in den vergangenen 20 Jahren einen ähnlich hohen Ertrag wie Aktien von über neun Prozent jährlich erbracht, allerdings auch mit ähnlich hohen Schwankungen von zirka 15 Prozent bis 20 Prozent. Zum Alternativen Investment werden sie insbesondere dadurch, dass praktisch keine Korrelation mit Aktien oder Anleihen besteht - das heißt: In den verschiedenen Konjunkturphasen sind meist unabhängige oder gar gegensätzliche Wertentwicklungen zu verzeichnen. Dies gilt vor allem bei einer US-Dollar-Betrachtung, weshalb für Euro-Anleger währungsgesicherte Rohstoff-Zertifikate zu empfehlen sind. Eine stark vereinfachte Erklärung hierfür ist, dass tiefe Rohstoffpreise den Unternehmen helfen, höhere Gewinne zu erzielen, womit eine Grundlage für Wirtschaftswachstum und steigende Aktienkurse entsteht. Bei einer Wirtschaftsexpansion zieht dann die Rohstoffnachfrage an. Deckt das Angebot die Nachfrage nicht mehr ab, steigen die Rohstoffpreise. Der Kostenanstieg belastet die Gewinne, die Gesamtwirtschaft und letztlich den Aktienmarkt.

Eine Betrachtung der Wirtschaftszyklen hilft nicht nur beim Verständnis, warum Rohstoffanlagen eine ideale Ergänzung für ein klassisches Aktien- und Anleihen-Portfolio sind, sondern auch bei der Beurteilung der aktuellen Investitionschancen. Vergleichsrechnungen zwischen US-Aktien- und Rohstoffmärkten über den Zeitraum der vergangenen 130 Jahre zeigten, dass es im 20. Jahrhundert drei Zyklen von zirka 15 Jahren Dauer gegeben hat, in denen Rohstoffe sich besser als Aktien entwickelten. Seit 2000 ist eine solche Outperformance von Rohstoffen wieder zu beobachten.

Werner Humpert ist Managing Director Investment Produkte bei UBS Deutschland.

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