Investment
Deutsche Anleger greifen zu Aktienfonds

Jetzt schlägt die Stunde der Fondsinvestoren. Angesichts stabiler Kurse wagen sie sich aus der Deckung. Rund 9 Milliarden Euro flossen von Januar bis August in Aktienfonds. Anders sieht es bei den Geldmarktprodukten aus. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick.
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FRANKFURT. Im Zuge stabilerer Kapitalmärkte wagen sich auch die Fondsinvestoren immer stärker aus der Deckung. Von Januar bis August errechnet der deutsche Fondsverband BVI in der gestern veröffentlichten Branchenstatistik Nettozuflüsse in Aktienfonds von knapp 8,9 Mrd. Euro. In starkem Kontrast dazu stehen die Nettoabzüge von über 19,9 Mrd. Euro bei den Geldmarktprodukten. Diese sind vor allem als sichere Häfen zum Parken von Kapital gefragt (siehe Grafik). Insgesamt weist die Statistik für alle auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds ein Minus von 0,6 Mrd. Euro aus.

Die beiden beschriebenen Tendenzen gelten auch im August, wie aus den Zahlen hervorgeht. Anleger ziehen demnach Geld aus den als wertstabil geltenden Geldmarktfonds ab, investieren im Gegenzug wieder stärker in Risikoanlagen. Experten nennen zwei treibende Kräfte: Die Renditen von Geldmarktanlagen sind extrem abgeschmolzen; die Stimmung für Risikoinvestments wie Aktien, Rohstoffe und Unternehmensanleihen hat sich während der vergangenen Monate deutlich gebessert.

Für September berichten die vom Handelsblatt angefragten Anbieter über ähnliche Entwicklungen. "Auch in diesem Monat haben wir bei Aktienfonds weiter steigende Zuflüsse", sagt eine Sprecherin der großen deutschen Investmentgesellschaft DWS. Die zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörende Union Investment ist hier ebenfalls in den schwarzen Zahlen.

Bei den typischen Sicherheitsanlagen innerhalb der Fondskategorien gehen die Angaben allerdings auseinander. Die DWS und die zur Sparkassengruppe gehörende Deka Investment sprechen weiterhin über Mittelabzüge auf der Geldmarktseite. Beide Adressen sind große Spieler auf diesem Feld und haben in früheren Zeiten stark von Zuflüssen profitiert.

Die Union sieht jedoch trotz der wiederkehrenden Risikobereitschaft mancher Anleger noch keinen völligen Trendwechsel: "Da bei den Anlegern der Sicherheitsaspekt weiterhin eine große Rolle spielt, gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach Garantiefonds und offenen Immobilienfonds anhält." Ähnlich äußert sich ein Vertreter der Deka, zumindest für den Monat September. Er berichtet von Zuflüssen bei Immobilienfonds und auch bei Anleiheprodukten.

Die deutsche Investmentbranche ist nach letztem Stand mehr als 1,3 Bill. Euro schwer. Von diesem Kapital sind knapp 626 Mrd. Euro den Publikumsfonds zuzuordnen. Fast 690 Mrd. Euro entfallen auf die institutionellen Investoren vorbehaltenen Spezialfonds.

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