Investment
Zunehmende Scheu vor Alternativen

Etliche Anleger haben in den vergangenen Monaten schlechte Erfahrungen mit Alternativ-Investments wie Hedge-Fonds, Immobilien und Rohstoffen gemacht. Darum fahren viele ihren Anteil an alternativen Investments drastisch zurück. Der Rückzug trifft die Anlagen besonders hart.

FRANKFURT. Der Hype um Alternativ-Investments ist der Ernüchterung gewichen. Grund: Anleger haben in vielerlei Hinsicht schlechte Erfahrungen mit Hedge-Fonds, Private Equity, Immobilien, Rohstoffen und anderen alternativen Asset-Klassen wie Klimaprodukten sowie Farm- und Forstland gemacht. Jetzt schlägt die Enttäuschung darüber voll durch: Aus einer Handelsblatt-Umfrage geht hervor, dass Anleger ihren Anteil an alternativen Investments bereits drastisch zurückgefahren haben.

Über das gesamte Jahr 2008 hinweg hatten institutionelle Investoren in Europa stets mehr als 8,5 Prozent ihres Geldes in die „Alternativen“ gesteckt. Der Höhepunkt wurde im September und Oktober erreicht, als der Anteil auf über 10,5 Prozent kletterte. Dabei war es nicht zuletzt der Glaube daran, dass diese Investments keine oder aber eine nur geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen aufweisen würden. Diese Annahme war falsch, weil Anleger in der Krise gezwungen waren, sich über alle Anlageformen hinweg Liquidität zu beschaffen. Dies traf Alternativ-Investments doppelt hart, weil es sich hier um wenig liquide Anlageformen handelt. Eine Ausnahme bildete der Goldmarkt, der sich in diesem Kontext sehr stabil zeigte.

Die negativen Erfahrungen mit den „Alternativen“ sind in den aktuellen Statistiken abzulesen, denn mittlerweile ist deren Anteil bei europäischen Asset Managern auf 4,5 Prozent gefallen. „Die Straße zur Konjunkturwende ist lang und steinig“, begründen mehrere Vermögensverwalter ihre diesbezügliche Anlagepolitik. Daher setze man derzeit vor allem auf hohe Liquiditätsreserven, auf Anleihen und vereinzelt bereits auch auf Aktien. Doch schon bald komme die nach Rendite strebende Branche der Geldverwalter nicht mehr umhin, alternative Investmentformen wieder stärker zu gewichten, meint Stephen Nesbitt, Vorstandschef des Hedge-Fonds-Beraters Cliffwater.

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