Investmentbranche
Fonds-Verwalter kämpfen gegen die Krise

Das verwaltete Kapital ist stark zurückgegangen, die Gewinne sind geschrumpft - die Finanzkrise wird für die Asset-Management-Branche zum Überlebenskampf. Was sind die größten Herausforderungen und mögliche Lösungen für die Investmentbranche? Wie die Anlagebranche in der Krise eine Agenda für das eigene Überleben entwirft.

FRANKFURT. Die Finanzkrise ist fast zwei Jahre alt. Die Branche war lange Zeit in Schockstarre verfallen, unfähig zum Nachdenken über die Herausforderungen - so hatte es den Anschein. Doch jetzt werden wichtige Probleme angesprochen. Im Zentrum stehen der Vertrieb, das Portfoliomanagement, die Gehaltsstrukturen und Gebühren, das Risikoempfinden und die Renditeerwartungen.

Belastet ist sowohl das Geschäft mit privaten als auch das mit institutionellen Kunden. "Früher von Verwaltern betreute Privatvermögen liegen heute in Bankeinlagen und werden möglicherweise lange nicht zurückkehren", sagt Magnus Spence, Leiter der Londoner Beratungsfirma Spence Johnson und Mitautor einer Branchenstudie ("Five Futures Study"). Im institutionellen Geschäft verlieren die Verwalter bisher zwar weniger Mandate. "Aber hier dauern die Prozesse länger, und die von uns befragten Asset-Manager erwarten verstärkte Wechsel zu anderen Verwaltern im späteren Jahresverlauf", sagt Spence. Immer häufiger wechseln die Investoren auch zu Indexprodukten - eine Gefahr für die aktiven Verwalter.

Die einsetzenden Diskussionen um Problemfelder und künftige Geschäftsmodelle finden statt bei wachsendem staatlichen Einfluss auf Wirtschaft und Finanzindustrie. Das ist eine der größten Herausforderungen. "Es gibt Unsicherheiten, weil wir nicht sagen können, unter welchen Rahmenbedingungen wir in einigen Jahren überhaupt unser Geschäft machen werden", sagt ein Verwalter.

Trotz der Unwägbarkeiten ist es höchste Zeit zum Handeln. Laut einer Studie der Boston Consulting Group ("Swim or sink") sackte das weltweit verwaltete Vermögen im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 48,6 Billionen Dollar (siehe Grafik). "Im vergangenen Jahr fiel der Gewinn bei 30 Prozent der von uns betrachteten Verwalter um mindestens 30 Prozent", sagt Kai Kramer, Partner im Frankfurter Büro von Boston Consulting (BCG).

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