Investmentfonds
Anleger ziehen Geld ab

Nach dem vorläufigen Höhepunkt der Finanzkrise im August hat sich die Lage am Fondsmarkt kaum entspannt. Im September haben Anleger europaweit fast 32 Milliarden Euro aus Fonds abgezogen – nach dem Rekordminus von fast 71 Mrd. Euro im Vormonat. Experten hoffen nun auf eine Wende.

FRANKFURT. Die Negativbilanz im September war vor allem den Geldmarktportfolios zuzuschreiben, die laut Datenanbieter Lipper Feri netto mehr als 13 Mrd. Euro verloren. Aber auch andere wichtige Anlageklassen wie Aktien- und Rentenfonds waren mit elf bzw. sechs Mrd. Euro beteiligt.

Vor zwei Wochen hatte der Investmentverband BVI für den deutschen Absatzmarkt noch über geringe Zuflüsse berichtet. Die nächsten nationalen Daten stehen Ende November zur Veröffentlichung an.

„Auf europäischer Ebene sind sowohl die August- als auch Septemberzahlen ein Desaster“, sagt Hans-Jörg Wisser, Leiter der Europaaktivitäten beim großen US-Anbieter Franklin Templeton. Für die anhaltenden Rückflüsse aus den Geldmarktprodukten hat er eine einfache Erklärung: „Die Anleger sind nervös geworden und haben sich gefragt, ob diese Fonds noch heikle Papiere in den Portfolios halten.“

Von der schwachen Absatzlage im Gefolge der amerikanischen Subprime-Krise können sich nur wenige Gesellschaften abkoppeln. Die Verkaufs-Hitliste für den Monat September führt Lehman Brothers Asset Management mit knapp 3,6 Mrd. Euro an. „Das ist vor allem getrieben von der Nachfrage nach unseren Geldmarktfonds und hier von institutionellen Anlegern“, sagt Olaf John, Lehman-Vertriebsleiter für Deutschland und Österreich.

In der negativen Gesamtbilanz für die Branche gibt es sowohl bei der Betrachtung der Anbieter als auch beim Blick auf die einzelnen Fondsgruppen nur wenige Lichtblicke. Auf Produktebene flossen spürbare Gelder lediglich in Emerging Markets. Vor allem Aktienfonds mit den Schwerpunkten Schwellenländer, Asien und China zogen Investoren an. Hier investierten die Anleger netto fast vier Mrd. Euro.

Trotz aller Diskussionen über eine mögliche Überhitzung an den Börsen in diesen Regionen und insbesondere am chinesischen Aktienmarkt glauben manche Anbieter an eine Fortsetzung der Hausse. „Die Korrektur am chinesischen Aktienmarkt bietet ausgezeichnete Kaufchancen“, heißt es zum Beispiel von Louisa Lo, Fondsmanagerin des Greater-China-Fonds von Schroder Investment Management.

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