Investmentfonds Anwälte wollen Morgan Stanley verklagen

Um einer Verjährung zuvor zu kommen, wollen die Anwälte geschädigter Anleger Klage einreichen. Die Mandanten fordern Schadenersatz in Höhe von rund 250 Millionen Euro vom Fondsanbieter Morgan Stanley Real Estate.
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Die Zentrale der Investmentbank Morgan Stanley am New Yorker Times Square. Quelle: Reuters

Die Zentrale der Investmentbank Morgan Stanley am New Yorker Times Square.

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FrankfurtDie Schadensersatzforderungen von rund 2000 Anlegern des offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value gegen den Fondsanbieter Morgan Stanley Real Estate werden „zwangsläufig“ in einer Klage münden. Das kündigte Andreas W. Tilp, geschäftsführender Gesellschafter von Protect Invest Alliance (PIA), an. PIA ist ein Zusammenschluss der bekannten Anlegeranwalts-Kanzleien Tilp Rechtsanwaltsgesellschaft und Nieding + Barth. Die Schadensersatzforderungen der PIA-Mandanten belaufen sich auf rund 250 Millionen Euro.

Die Klagen sind notwendig, weil anderenfalls zum Jahresende die Verjährung der Ansprüche droht. Zwar ist Morgan Stanley nach Darstellung der PIA-Anwälte grundsätzlich bereit, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. Allerdings werden nur die Anleger davon profitieren, die ihre Ansprüche zuvor bei Morgan Stanley geltend gemacht und den Verzicht auf die Einrede vereinbart haben. „Den Verzicht auf die Verjährungseinrede erklärt die Gegenseite nur dann, wenn sie befürchtet, ein Verfahren zu verlieren“, erläutert Tilps PIA-Partner Klaus Nieding. Morgan Stanley äußerte sich auf Anfrage bis Redaktionsschluss nicht zum Verzicht der Verjährungseinrede.

Wenn auf die Verjährungseinrede verzichtet wird, kann ohne Einhaltung der Klagefrist über einen Vergleich verhandelt werden. Scheitern die Gespräche, ist eine Schadensersatzklage dennoch möglich.

Der nach Abwertung seiner Immobilien nur noch 700 Millionen Euro schwere P2 Value ist einer von sechs Publikumsfonds, die zurzeit aufgelöst werden. Die Anleger des P2 Value haben seit der ersten Aussetzung der Anteilsrücknahme im Oktober 2008 und der Ankündigung der Auflösung des Fonds etwa die Hälfte ihrer Einlage verloren.

PIA wirft Morgan Stanley Real Estate und den anderen Verwaltern offener Immobilienfonds vor, sie hätten die Risiken der Fonds verharmlost. Dafür stehen aus Sicht der Anwälte Prospektaussagen, wonach offene Immobilienfonds „ein komfortables Sparprodukt“ sind, das auch für Anleger geeignet ist, die keine Erfahrung in Immobilienanlagen besitzen und die bereit sind, „leichte vorübergehende Verluste“ hinzunehmen.

Beim Durchsetzen der Ansprüche will PIA neue Wege bestreiten. Sie plädieren nicht auf Prospekthaftung aufgrund von Prospektfehlern, sondern auf Verletzung vertraglicher Pflichten. Grundlage für die Verträge zwischen Anlegern und Fondsgesellschaft ist das Investmentgesetz. Die PIA-Experten haben nach eigenen Aussagen verschiedene Anhaltspunkte gefunden, dass Morgan Stanley und andere Immobilienfonds-Anbieter gegen Paragraf 9 des Investmentgesetzes verstoßen haben. Darin wird von den Fondsanbietern verlangt, dass sie „ausschließlich im Interesse der Anleger“ handeln.

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