Investmentfonds
Den Hedge-Fonds abgeschaut

Seit kurzem können sich traditionelle Investmentfonds dem harten Wettbewerb mit Hedge-Fonds besser stellen. Eine neue EU-Verordnung gibt Publikumsfonds größere Freiheiten – und erlaubt auch Leerverkäufe (short selling) sowie den Einsatz von Derivaten in größerem Umfang.

FRANKFURT. Manager traditioneller Investmentfonds sprechen von der „ungerechten Welt“, wenn ihnen die langfristig besseren Leistungen ihrer Kollegen von der Hedge-Fonds Branche als Spiegel vorgehalten werden. Schließlich gibt es für Hedge-Fonds niedrigere regulatorische Hürden und ein wesentlich breiteres Spektrum der verfügbaren Investment-Instrumente. .

Die neue „UCITS3“-Verordung der EU führt derzeit zu einer Welle neuer Publikumsfonds, die solche Strategien in ihr Konzept einbauen. Zuletzt lockten in Europa Häuser wie Robeco und Threadneedle mit neuen Fonds. „Durch UCITS3 haben wir einen größeren Spielraum, bei geringerem Risiko attraktive Renditen zu erwirtschaften“, sagt Ingo Ahrens von Robeco Deutschland. Aus dieser regulatorischen Neuorientierung in Europa heraus resultiert vor allem bei den sogenannten quantitativen Investmentfonds - also jenen, die ihre Investmententscheidungen vor allem auf Basis mathematischer Modelle treffen - ein Aufschwung sogenannter 130/30-Strategien. Solche 130/30-Fonds stellen eine Annäherung traditioneller Publikumsfonds an das Universum der Hedge-Fonds dar. Merrill Lynch hat ein 130/30 Derivat im Angebot.

Umgesetzt wird der auch als „Extended Alpha Funds“ oder „Active Extension Funds“ beschriebene Ansatz, indem das Fondskapital zu 130 Prozent in Long-Positionen (also den Kauf von Aktien) investiert wird. Finanziert wird der über 100 Prozent hinausgehende Anteil der Long-Position durch die Erlöse aus der Short-Position, für die insgesamt 30 Prozent des Fondskapitals eingesetzt werden. Bei Short-Positionen werden Wertpapiere zu einem festen Preis auf Termin verkauft. Der Verkäufer spekuliert dabei auf fallende Kurse und hofft, dass er die Papiere zum Verkaufszeitpunkt zu einem niedrigeren Kurs als dem vereinbarten Verkaufskurs besorgen kann.

Zwar lasse sich diese Strategie auch im Verhältnis 150/50 oder mehr umsetzen, doch sei ein solch höherer Ansatz des Short-Anteils lediglich für Anleger überlegenswert, die als besonders risikofreudig gelten, sagen Fachleute.

Malcom Kemp, geschäftsführender Direktor und Leiter des Bereichs Quantitative Research bei Threadneedle Asset Management, sagt, der mit „Alpha“ bezeichnete Zusatzertrag sei unter Aspekten der Risikoabwägung dann am attraktivsten, wenn eine 130/30-Strategie verfolgt werde.

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