Investmentfonds
Die Luft für Anleger wird dünner

Investmentfonds haben Anlegern in letzter Zeit gute Gewinne eingebracht. Doch Experten prophezeien den Kursen durch das politische Umfeld stärkere Schwankungen. Anlegern raten sie deshalb jetzt zu Sachwerten.
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FrankfurtDiese Ergebnisse für das erste Quartal hat wohl kaum jemand erwartet: Viele Aktienfonds spielen allein in drei Monaten zweistellige prozentuale Gewinne ein; auch viele Anleiheprodukte kommen mit erstaunlich hohen einstelligen Wertgewinnen über die Runden. Das zeigt eine Auswertung von Feri Eurorating für das Handelsblatt. Deutsche und in Europa investierende Aktienfonds führen die Hitliste an.

Die Bilanz zeigt den durchschnittlichen Anlageerfolg aller zugelassenen Produkte für 36 Schwerpunkte. Als Orientierung listet sie zudem die durchschnittliche Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre auf.

"Nach vorne geschaut wird das Börsenklima rauer, die Kurse werden stärker schwanken, dafür sorgen schon die Wahlen in Frankreich und Griechenland und deren Folgen für die Euro-Zone", glaubt Feri-Analyst André Härtel. Der Hinweis auf die Wahlen erinnert an das große Thema für die Finanzmärkte: den Kampf zwischen den kontraktiven Kräften eines notwendigen Schuldenabbaus und der Geldflutung der Wirtschaftssysteme durch die großen Notenbanken, die eine Implosion um jeden Preis verhindern wollen.

Die vorliegende Fondsbilanz spiegelt den Optimismus der Anleger nach den zwei großen, insgesamt über eine Billion Euro schweren Kreditpaketen der Europäischen Zentralbank an die Banken wider. Aber Martin Hüfner, Volkswirt des Fondshauses Assénagon, blickt auf die aktuelle Lage: "Jetzt ist alles wieder so wie vorher. Die Krise ist sogar noch schlimmer." Seiner Beobachtung nach hat sich die Situation vor allem in Spanien und Italien weiter eingetrübt.

In diesem schwierigen Fahrwasser versuchen Fondsmanager zu navigieren. "Heute haben die Notenbanken andere Aufgaben als früher", meint Markus Steinbeis vom Vermögensverwalter Huber, Reuss & Kollegen: "Sie müssen die Finanzsysteme stabil halten und die Zahlungsfähigkeit der Staaten sichern." Notenbanken halten die Zinsen deshalb künstlich tief. Deshalb glaubt der Verwalter: "Die relativ sichere Vermögensklasse mit positiven realen Zinsen und sicherem Emittenten gibt es praktisch nicht mehr."

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Kurzfristige Schwankungen oder realer Geldverlust

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  • Die Renditen für deutsche Staatsanleihen werfen in der Tat gegenwärtig negative reale Renditen ab. Dies kann sich in der Zukunft jedoch ändern, falls die Inflation sinken oder gar negativ werden sollte, was für den Euroraum aufgrund der Austeritätspolitik und Strukturreformen durchaus vorstellbar wäre.

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