Investmentfonds
Experten erwarten Fondssterben in Europa

Im laufenden Jahr wird die Zahl der in Europa angebotenen Investmentfonds um fünf Prozent schrumpfen. Das schätzt die Ratingagentur Morningstar nach einer Hochrechnung auf Basis der ersten drei Quartale. Viele Fonds seien zu klein und damit zu teuer.
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FRANKFURT. In den ersten neun Monaten wurden nur 1 560 Produkte neu aufgelegt. Die Anbieter fusionierten dagegen 996 Fonds und schlossen 1 972. In der Summe schrumpfte der Markt demnach um 1 408 Angebote. Das ist laut der Morningstar-Statistik ungewöhnlich. Doch diese Entwicklung zeichnete sich bereits ab und war beispielsweise für den deutschen Absatzmarkt von der Agentur Lipper im Sommer belegt worden.

Bis zum Beginn der Finanzkrise vor etwa zwei Jahren hatte die Branche expandiert. Laut Morningstar ging dieses Wachstum jedoch teilweise zulasten der Anleger. Viele Fonds seien zu klein und damit zu teuer. Lipper hatte vor kurzem die Gebühren von europäischen und den durchschnittlich viel größeren Fonds in den USA verglichen. Dabei kamen die Experten zu dem Schluss, dass die Größe der Portfolios ein Grund für die geringeren Gebühren in Nordamerika ist. Analyst Ed Moisson beziffert beispielsweise die durchschnittlichen jährlichen Gebühren eines Aktienfonds in den USA auf 1,3 Prozent, während die europaweit verkauften Produkte im Schnitt 2,0 Prozent kosten.

Der Grund: Wenn sich die Fixkosten auf größere Volumina verteilen können, sind die Gebühren tendenziell niedriger. Laut Morningstar haben lediglich 0,03 Prozent der europäischen Fonds außerhalb der Geldmarktangebote ein Volumen von mehr als einer Mrd. Euro. In den USA sind es dagegen 12,8 Prozent. Aus diesen Überlegungen heraus wertet die Agentur die aktuelle Rationalisierungstendenz als positiv für Investoren.

In die Marktbetrachtung sind rund 31 000 Produkte in Europa einbezogen, ohne Geldmarktfonds. Das Volumen beträgt laut den Daten 4,5 Bill. Euro. In den USA vereinen dagegen lediglich 6 700 Produkte 3,8 Bill. Euro auf sich.

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