Investmentfonds
Fondsverband fürchtet um EU-Pass

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sorgt für Unruhe, weil er den sogenannten EU-Pass für Investmentfonds auf den Prüfstand stellt. In dem Pass sollen EU-weite Regeln für Investmentfonds vorgegeben werden. Mit seinem Vorstoß sorgt McCreevy sowohl in Berlin als auch in den Reihen des Fondsverbandes BVI für Verärgerung.

rez/sce FRANKFURT. Nach Informationen aus der EU-Kommission soll sich der EU-Regulierungsausschuss für Wertpapiermärkte CESR mit dem Thema beschäftigen, bevor McCreevy im Frühsommer einen Richtlinienentwurf für den geplanten europäischen Fonds-Binnenmarkt präsentieren will. Zu Details wolle man nicht Stellung nehmen, hieß es in Brüssel.

Der EU-Pass galt bislang als unumstrittener Teil dieser geplanten EU-Regelung, den nicht nur die EU-Kommission, sondern auch die europäische Fondsindustrie uneingeschränkt befürwortete. Daher gibt es nun Kritik aus Berlin und aus den Reihen des Fondsverbands BVI. Das zuständige Bundesfinanzministerium äußerte sich offiziell nicht. Informierte Kreise berichten aber, dass Berlin dem Iren McCreevy vorwerfe, die Bedeutung des EU-Passes für Europa – und damit großer Fondsanbieter-Nationen wie Deutschland – zu vernachlässigen und Interessen beliebter Fondsstandorte wie Irland oder Luxemburg zu vertreten. Diese liefen Gefahr, geschwächt zu werden, wenn Fondsanbieter in einem EU-Binnenmarkt Fonds in verschiedenen Ländern managen können, ohne vor Ort vertreten zu sein. Auch beim BVI hält man den Fondspass für einen elementaren Bestandteil des Fondsbinnenmarktes.

Der geplante EU-Binnenmarkt für Fonds soll der Branche jährlich Produktivitätsgewinne in Milliardenhöhe bescheren, weil er unter anderem den grenzüberschreitenden Fondsvertrieb und Fondsfusionen erleichtere.

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