Investmentfonds
Kleine Riesen

Sollten Investoren bei der Wahl eines Investmentfonds auch auf das verwaltete Volumen der Fonds achten? Zu diesem Zweck hat der New Investor das Volumen aller Siegerfonds des Standard & Poor's Fund Awards 2007 über ein, fünf und zehn Jahre unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Gerade in der Kategorie über ein Jahr ist die Fondsgröße eine wichtige Determinante für den Erfolg.

Is big beautiful? Anlegerlegende Warren Buffet hat dazu eine eigene Ansicht. Er hat immer nach der Devise gehandelt: „Eine dicke Brieftasche ist der Feind überdurchschnittlicher Renditen.“ Seine Argumentation dabei ist so einfach wie einleuchtend: Zu große Fondsvolumen verwässern die ursprüngliche Anlageidee, senken die Flexibilität und engen damit den Anlagehorizont ein.

Hat er Recht? Sollten Investoren bei der Wahl eines Investmentfonds tatsächlich auch auf das verwaltete Volumen der Fonds achten? Zu diesem Zweck hat der New Investor das Volumen aller Siegerfonds des Standard & Poor's Fund Awards 2007 über ein, fünf und zehn Jahre unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Gerade in der Kategorie über ein Jahr ist die Fondsgröße eine wichtige Determinante für den Erfolg, denn das Volumen der siegreichen Fonds über die Kurzdistanz der Fund Awards ist deutlich geringer als das durchschnittliche Volumen aller Investmentfonds. Auch im Hinblick auf die Größe der Fondsgesellschaft zeigte sich sowohl über ein als auch über fünf Jahre, dass die Fonds kleinerer Fondsgesellschaften mit maximal 25 Produkten überproportional häufig in den Siegerlisten auftauchen. Die Spezialisierung scheint sich also auszuzahlen.

Wichtigste Kennziffer bei der Betrachtung des Fondsvolumens ist der sogenannte Median. Dieser Wert teilt die Gesamtheit aller Fonds in zwei gleich große Gruppen: jene Hälfte, die mehr Volumen verwaltet und jene, die weniger verwaltet. Im Gegensatz zum Mittelwert, bei dem lediglich die Summe aller Volumina durch die Anzahl der Fonds geteilt wird, lässt sich der Median nicht von Ausreißern – also extrem großen oder besonders kleinen Fonds – in die Irre führen. So betrug der Median des Volumens aller Siegerfonds über ein Jahr bei den diesjährigen Fund Awards beispielsweise 128 Millionen Euro. Im Durchschnitt verwalteten alle im Rahmen der Awards erfassten Fonds hingegen rund 300 Millionen Euro.

Dass die siegreichen Fonds über fünf und zehn Jahre insgesamt deutlich mehr Kapital verwalten (siehe Grafik), ist kein Widerspruch. Denn erfolgreiche Fonds generieren in der Regel auch hohe Zuflüsse – wie etwa der DWS Vermögensbildungsfonds I. Der Fonds hat zwar im Zehnjahresvergleich die Nase klar vor der Konkurrenz. Doch dabei zehrt das Flaggschiff vor allem von einer exzellenten Entwicklung in den Neunzigerjahren, als der Fonds noch klein und wendig war – und allein damals knapp 500 Prozent zulegte. Ende 1999 verwaltete der Fonds gerade einmal einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. „Viele große Fonds schneiden zwar in langjährigen Rankings sehr gut ab, haben aber stark überdurchschnittliche Leistungen oft in der Vergangenheit mit einem deutlich geringen Fondsvolumen erzielt“, kommentiert der Kölner Dachfondsmanager Eckhard Sauren.

Diese These stützt eine Studie der Case Western Reserve University in den USA aus dem Jahr 2002. Demnach lieferten US-Nebenwertefonds die höchsten Erträge, wenn sie mit einem Volumen von 100 Millionen Dollar für neue Anleger geschlossen wurden. Diese Größe entpuppte sich als guter Kompromiss zwischen Kostenoptimierung und Beweglichkeit in den Märkten, aus denen ein Fondsmanager seine Titel auswählt.

Seite 1:

Kleine Riesen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%