Investmentfonds
Nachhaltige Investments als Wachstumsmarkt

Nachhaltigkeit ist ein immer wichtigeres Argument für Investoren. Doch wissen die wenigsten, was sich genau dahinter verbirgt: Es herrscht Begriffsverwirrung in der Branche. Laut einer Studie halten viele Anleger die Kriterien für Nachhaltigkeit für inhomogen und undurchsichtig - und lassen lieber die Finger davon.

FRANKFURT. Das Anlagethema Nachhaltigkeit entwickelt immer mehr Zugkraft unter Investoren - auch in der Finanzkrise. Eine dem Handelsblatt vorliegende Studie der Fondsanalysefirma Feri Eurorating legt allerdings Nachholbedarf offen. "Anleger benötigen mehr Aufklärung, denn es herrscht Begriffsverwirrung", urteilt Feri-Analyst André Härtel. Außerdem müssten die Anbieter mehr breit anlegende Produkte offerieren statt sich auf Teilthemen wie erneuerbare Energien oder Wasser zu konzentrieren.

Feri befragte in der Zeit zwischen Dezember und Januar 560 erfahrene private Fondsanleger. Schätzungen zufolge sind in Deutschland in traditionellen Investmentfonds etwa 20 Mrd. Euro auf das Anlagethema Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das sind etwa drei Prozent aller für Privatanleger aufgelegten Wertpapierfonds.

Die Befragung offenbart Hürden bereits beim Begriffsverständnis. Drei Viertel der Anleger halten die Kriterien für Nachhaltigkeit für so inhomogen und undurchsichtig, dass eine Beschäftigung mit ihnen viel zu aufwendig ist. Begrifflich verbinden die Investoren mit dem Schlagwort vor allem Themenbereiche wie erneuerbare Energien, gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung und Umweltschutz (jeweils über 40 Prozent). Relativ häufig genannt wurden aber auch die Einhaltung der Menschenrechte, der Kampf gegen den Klimawandel sowie der faire Handel (jeweils über 20 Prozent).

Nachhaltigkeitsfonds haben in den vergangenen zwei Jahren seit dem Start der Finanzkrise zwar keine überdurchschnittlichen Wertentwicklungen gegenüber global anlegenden Aktienfonds gezeigt. Dennoch zeigen einige Anbieter hier gute Leistungen. Zu dieser Gruppe zählen laut Feri Securvita mit dem "Green Effects NAI Werte Fonds", der "Carnegie Fund Worldwide Ethical", der "Espa Vinis Stock Global" sowie "Green Invest Equity" von Swisscanto.

Bisher sind knapp zwei Drittel der Befragten noch nicht in Nachhaltigkeitsprodukten investiert. Die übrigen Befragten kommen überwiegend auf einstellige prozentuale Quoten ihres Vermögens. "Deshalb sehen wir Aufholpotenzial. Das Thema wird noch mehr Zugkraft entwickeln, wenn man nur an die Ausgabenprogramme der Regierung Obama denkt, die beispielsweise auf erneuerbare Energien konzentriert sein sollen", sagt Härtel.

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