Investmentfonds
Platzt bald die Gebühren-Blase?

Die Party der 100 Billionen Dollar schweren Fondsbranche mit aufgeblähten Gebühren könnte bald zu Ende gehen. Zu den Verlierern bei den Marktanteilen in Europa zählen Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse.
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FrankfurtProfitabel, risikoarm und skandalfrei: Das Fondsgeschäft ist so etwas wie der Musterschüler der Finanzbranche. Während viele europäische Geldhäuser seit der Finanzkrise im kapitalzehrenden Investmentbanking auf dem Rückzug sind, haben sich die Einnahmen im Anlage- und Fondsgeschäft weltweit aufgebläht. „Wir leben in einer Gebühren-Blase“, stellt der Chef der Analysten-Vereinigung CFA Institute, Paul Smith, fest.

Angesichts des Siegeszugs der relativ preisgünstigen Indexfonds und der schärferen Regulierung droht die Party für die 100-Billionen-Dollar-Branche nun aber zu Ende zu gehen. Experten rechnen mit einer Beschleunigung der Konsolidierungswelle. Großbanken wie die Deutsche Bank wollen hier aktiv mitmischen - und hoffen mit einer Abspaltung der Vermögensverwaltung über die Börse mehr Profil in dem Geschäft zu gewinnen.

Mit einer operativen Gewinnmarge von 37 Prozent gehört das Asset Management, das Gelder von Profi-Anlegern wie Pensionskassen verwaltet, zu den rentabelsten Sektoren überhaupt, wie die Boston Consulting Group berechnet hat. Neben den spezialisierten Fondsgesellschaften wie Weltmarktführer Blackrock mischen auch Banken oder Versicherer in dem Geschäft mit. Seit 2011 haben die Firmen die Erträge hier kräftig gesteigert.

Doch das dürfte sich nun ändern, weil die Kunden im Niedrigzinsumfeld nicht mehr so viel Geld für Fonds bezahlen wollen, um selbst noch ein bisschen Rendite einzufahren. Bis 2019 prognostizieren die Experten von Morgan Stanley und dem Beratungshaus Oliver Wyman einen Rückgang der Erträge, das Minus könnte sich auf bis zu 30 Prozent belaufen.

Ähnlich tönt es bei Vanguard, dem weltweit zweitgrößten Vermögensverwalter. Europa-Chef Sean Hagerty empfiehlt der Branche, sich auf eine Halbierung der Margen einzustellen. „Bei den Nutzern wächst die Erkenntnis, dass sie mehr bezahlen als notwendig.“

Vanguard hat gezeigt, dass die Anleger mit passiven Indexfonds, die lediglich einen Börsenindex abbilden, oftmals besser fahren als mit teuren aktiv gemanagten Fonds, bei denen Fondsmanager Titel auswählen und gezielt kaufen oder verkaufen. Bislang liegt branchenweit erst rund ein Viertel der verwalteten Vermögen in passiven Fonds wie etwa ETF. Dieser Anteil kann sich über die kommenden Jahre Experten zufolge aber durchaus verdoppeln.

Die Anbieter von aktiven Fonds flüchten sich bereits in Zusammenschlüsse, um Kosten zu sparen. Gleich drei Milliarden-Transaktionen gingen seit Oktober über die Bühne: Henderson kaufte Janus, Amundi schluckte Pioneer und Standard Life erwarb Aberdeen Asset Management. Entstanden sind trotzdem nur mittelgroße Anbieter.

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