Investmentfonds Raus aus den Aktien, rein in die Aktien

Deutsche Anleger haben im ersten Halbjahr massiv Kapital aus reinen Aktienfonds abgezogen. Stattdessen steckten sie es in Mischfonds. Die investieren auch in Börsenpapiere, mixen sie aber auch mit anderen Wertpapierarten.
Anzeigetafel des Dax im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Im ersten Halbjahr hatten deutsche Fondsanleger kein Zutrauen zu Aktien. Quelle: dpa
Turbulente Börsen lassen Anleger vor Aktien zurückschrecken

Anzeigetafel des Dax im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Im ersten Halbjahr hatten deutsche Fondsanleger kein Zutrauen zu Aktien.

(Foto: dpa)

Freunde der Aktie scheinen die Deutschen gerade wieder nicht zu sein. Feinde aber auch nicht. Investoren haben im ersten Halbjahr 2016 aus den vor allem für private Anleger aufgelegten Aktien-Publikumsfonds am deutschen Markt per Saldo 2,5 Milliarden Euro Kapital abgezogen – so viel wie aus keiner anderen Fondsgruppe. Das zeigt die aktuelle Absatzstatistik des deutschen Fondsverbands BVI. Indirekt aber haben sie zugleich massiv in Aktien investiert – über die beliebten Mischfonds.

Dort steckten sie in den ersten sechs Monaten des Jahres allein netto 4,6 Milliarden Euro frisches Geld hinein. Die Manager dieser aus verschiedenen Wertpapierarten gemischten Fonds legen das Kapital in unterschiedlichem Ausmaß auch in Aktien an. Neben den Mischprodukten kauften Investoren im ersten Halbjahr per saldo nur noch offene Immobilienfonds im Volumen von 4,4 Milliarden Euro.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

+1,20 +1,54%
+78,48€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

-0,71 -1,94%
+35,51€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

-0,84 -0,66%
+125,27€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

+0,74 +1,54%
+48,43€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+1,94 +1,41%
+138,70€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
L&S

+1,94 +6,48%
+25,01€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
L&S

+0,74 +1,65%
+45,52€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Mischfonds sind seit Jahren die beliebteste Fondskategorie am deutschen Markt für Publikumsfonds. Seit dem Jahr 2009 sind netto mehr als 100 Milliarden Euro in die Fonds geflossen. Insgesamt verwalten Mischfondsmanager ein Vermögen von 213 Milliarden Euro, das ist knapp ein Viertel des Vermögens in Publikumsfonds.

Der Vorsprung der Mixprodukte liegt auch darin begründet, dass Anbieter und Finanzberater diese Fonds gern verkaufen. Denn sie bringen ihnen höhere Gebühren als etwa börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten ETFs, und auch als Spezialfonds für Großinvestoren, die den Fondsabsatz der Branche dominieren.

Anlegern bringen die Mischfonds immerhin Chancen auf Kapitalmarktrenditen. Damit liege das Geld wenigstens nicht unverzinst auf Bankkonten, meint Ali Masarwah, Analyst des Fonds-Reserachhauses Morningstar. Da sich die rund 2.000 Fonds am Markt aber sehr stark unterscheiden, müssten Anleger ein Produkt genau anschauen, bevor sie kauften, mahnt der Fonds-Experte. Zudem variieren die Kosten der Produkte stark.

Bei der Deutsche-Bank-Fondstochter fließt deutlich Anlegerkapital ab
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