Investmentgesellschaft
Deka probt den Aufstieg

Die Leistung der Deka Investment hat sich deutlich verbessert: In einer Auswertung der Analysegesellschaft Feri Eurorating liegt Deutschlands größte Investmentgesellschaft für Privatanlegerfonds auf dem neunten Platz unter 34 Anbietern. Noch vor neun Monaten dümpelte der Fondsanbieter der Sparkassen auf Rang 23 herum. Experten bleiben aber noch skeptisch.

FRANKFURT. Deka Investment verwaltet insgesamt 105 Mrd. Euro in Publikumsfonds. Doch die Fonds schnitten in der Vergangenheit zum Teil sehr schlecht ab. "Die Deka hat es seit sechs Jahren zum ersten Mal unter die Top-Gesellschaften geschafft", sagt Feri-Researchleiter Christian Michel.

Die Analyse von Feri, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, bewertet die in Deutschland angebotenen Fonds der großen Anbieter nach Wertentwicklung und Risiko über fünf Jahre. Stichtag ist der 30. September. "Unter den einbezogenen Deka-Fonds haben 35 Prozent eine gute Note", sagt Michel.

"Wir fahren jetzt die langfristigen Erfolge ein", sagt Thomas Neiße, Leiter von Deka Investment. Vor fünf Jahren übernahm er das Ruder bei der Gesellschaft, deren Performanceleistungen damals desolat waren. Der sehr stark computergetriebene Investmentansatz funktionierte nicht. "Wir haben den Fondsmanagern wieder mehr Verantwortung gegeben", sagt der Deka-Chef. Sein Ansatz: "Portfoliomanagement muss auf Researcheinschätzungen aufbauen, die aus der eigenen Analyse gewonnen werden."

In den einzelnen Fondssegmenten ist die Leistung allerdings unterschiedlich. Bei Dach- und Mischfonds zeigt die Deka ihre relativ besten Ergebnisse. Anleihefonds schneiden schwächer ab, die Aktienprodukte am schlechtesten. Neuen Schwung bringen soll beispielsweise der in der Branche bekannte Thomas Meier, der jetzt das globale Portfoliomanagement für die entwickelten Märkte führt.

Neiße sieht die schlechten Fondsleistungen aus dem Jahr 2004 bald aus den Fünfjahresratings wegfallen. Sie dürften durch ein gutes Jahr 2009 ersetzt werden. "Wir haben im März, ziemlich genau am Börsentief, unsere hohen Cashquoten von fünf bis zehn Prozent voll investiert, sind auch bei den Risikoanleihen offensiver geworden", sagt Neiße.

Feri-Mann Michel erkennt ebenfalls "einen positiven Trend, aber für den Schampus ist es zu früh." Die großen nationalen Konkurrenten Union Investment und DWS liegen in der Rangliste weiter vor der Deka. Und auch Consultants, die Berater institutioneller Investoren, sind zurückhaltend. Sie bewerten die Leistungen häufig als "gemischt". In Umfragen unter den institutionellen Investoren kommt die Deka sogar eher schlecht weg. Die Angebote für diese Großkunden sind jedoch nicht in die Auswertung einbezogen.

Auch die Deka erkennt weiteren Arbeitsbedarf. Aktienchef Victor Moftakhar sagt: "Wir werden uns im Bereich Asien stärken, um Emerging Markets global anbieten zu können." Auch in anderen Segmenten wollen sich die Deka-Strategen verbessern, ohne über Details reden zu wollen. Ausbauen will die Deka ebenfalls den Bereich Dach- und Mischfonds. Das liegt im Branchentrend, denn die Anleger suchen vermehrt Investmentangebote, die verschiedene Vermögensformen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe berücksichtigen.

Ringen um Deka

Status quo

Am Fondsdienstleister Deka halten Sparkassenverbände und Landesbanken bisher je die Hälfte der Anteile. Doch es ist Bewegung hineingekommen.

LBBW

So will die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihren Anteil von knapp 15 Prozent verkaufen. Sie dürfte nicht die letzte Bank sein, die sich wegen möglicher EU-Auflagen von ihren Deka-Anteilen trennt.

Interessenten

Ein Vorkaufsrecht hätten die Landesbanken. Doch nur wenigen wären in der Lage, zuzuschlagen. Der Ostdeutsche Sparkassenverband hat bereits öffentlich Interesse an weiteren Anteilen bekundet. Der Preis für die LBBW-Anteile soll zwischen 300 und 400 Mio. Euro liegen.

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