Investmentgesellschaft HSBC
Lateinamerika-Fonds folgen unterschiedlichen Ansätzen

Die Investmentgesellschaft HSBC folgt in den Schwellenländern einem speziellen Investmentansatz: Sie investiert seit April 2004 völlig unabhängig von einem Vergleichsindex. Inzwischen ist die Fondsfamilie auf fünf Produkte angewachsen. Das jüngste Mitglied ist der erst im Juli 2006 aufgelegte Latin American Freestyle, der seinem Namen alle Ehre macht.

HAMBURG. In der Zwölf-Monats-Auswertung von Feri Rating & Research erzielte der Latin American Freestyle unter 23 Lateinamerika-Fonds mit einem Wertzuwachs von 52,01 Prozent das beste Ergebnis (Tabelle). Dem Namen Freestyle wird der Lateinamerika-Neuling voll gerecht: So gewichtet Fondsmanager Luiz Ribeiro etwa Mexiko mit nur 12,2 Prozent, während das Land im MSCI EM Latin America einen Anteil von über 25 Prozent hat.

Noch größer ist der Unterschied zu dem Index bei peruanischen Aktien: Ihr Anteil ist im Latin American Freestyle mit 13,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Index. "Das Land profitiert von den hohen Rohstoffpreisen sowie steigenden Konsumausgaben und bietet ein Wirtschaftswachstum von mehr als sieben Prozent", sagt Ribeiro. Im August erwies sich diese Gewichtung allerdings als nachteilig und ließ den Fonds mit 8,63 Prozent ins Minus laufen, wie der HSBC-Manager einräumt. Zudem seien viele im Fonds vertretene Nebenwerte stark unter Druck geraten.

Mit einem Minus von drei Prozent kam der CAAM Funds Latin American Equities im August dagegen vergleichsweise glimpflich davon. "Wir waren unter anderem in Telekomtiteln deutlich übergewichtet, was sich im August auszahlte", erläutert Lionel Bernard von der französischen Investmentgesellschaft Crédit Agricole Asset Management (CAAM). Auch das Zwölf-Monats-Ergebnis fällt erfreulich aus: Mit einem Plus von 51,10 Prozent ist er dem Spitzenreiter dicht auf dem Fersen.

Anders als Ribeiro richtet sich der CAAM-Manager durchaus nach einem Vergleichsindex: "Die Abweichungen vom MSCI EM Latin America liegen auf Länderebene zwischen minus sechs und plus zwei Prozent, auf Branchenebene weichen wir um maximal zehn Prozent vom Index ab", so Bernard. Den Spielraum für die Branchengewichtung nutzt er bei den Grundstoffen auch voll aus, die mit 18 Prozent deutlich untergewichtet sind.

Auch bei Telekomtiteln weicht Bernard vom Index ab: Ihr Anteil liegt im Fonds mit rund 20 Prozent etwa sechs Prozentpunkte höher. "Die Bewertungen für diese Aktien sind nach wie vor günstig", sagt Bernard. Zweitgrößte Position im Fonds ist die brasilianische America Movil. HSBC-Manager Ribeiro macht um den Telekomsektor dagegen einen Bogen: Der Anteil am Portfolio des Latin American Freestyle liegt bei nur 1,62 Prozent.

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