Investmenthäuser wandern ab: Treck nach Luxemburg

Investmenthäuser wandern ab
Treck nach Luxemburg

Der Standortnachteil Deutschlands gegenüber Luxemburg bei der Fondsauflage hat eine neue Dimension erreicht. Immer mehr Anbieter wandern in das Nachbarland ab und nutzen die dortigen Möglichkeiten für einen vereinfachten paneuropäischen Vertrieb.

FRANKFURT. Deutschland verliert den Anschluss: Im vergangenen Jahr sammelten die hiesigen Investmenthäuser nach Berechnungen der Beratungsfirma Kommalpha über ihre Luxemburger Produkte netto 28,7 Mrd. Euro ein, während aus ihren hier zu Lande aufgelegten Fonds 13,2 Mrd. Euro abflossen. So groß war die Differenz in den vergangenen Jahren noch nie. „Die Schere öffnet sich weiter“, resümiert Kommalpha-Geschäftsführer Clemens Schürhoff.

Verschärft wird der Standortnachteil Deutschlands zusätzlich durch Vorschläge des Bundesfinanzministeriums im neuen Entwurf zur Investmentgesetznovelle. „Manche Punkte dienen nicht der Stärkung des Investmentstandortes Deutschland“, sagt Wolfgang Mansfeld, Präsident des Fondsverbandes BVI. Als unangemessen werten er und andere Experten beispielsweise den geforderten Ausweis von Transaktionskosten im Portfolio und die Wahl einer konzernunabhängigen Depotbank.

In der Branche wächst die Skepsis entsprechend. „Bei einigen Marktteilnehmern war der Ärger bei der Vorlage des Entwurfes so groß, dass sie sagten, sie gehen jetzt ganz aus Deutschland heraus“, so ein Insider. Und er ist skeptisch: „Selbst wenn alle kritischen Punkte in der laufenden politischen Diskussion beseitigt werden, bleibt Luxemburg vorne.“

Große Häuser mit europäischen Verkaufsstrategien wie die DWS und Allianz Global Investors wollen in Zukunft fast nur noch in Luxemburg auflegen. „Für Fonds, die international vertrieben werden sollen, hat sich die Frage des Standortes schon beantwortet, bevor sie gestellt wurde“, sagt Michael Peters, Leiter Produktentwicklung Allianz Global Investors. Dabei ist die Expansion in Europa ein Trend, der Luxemburg in die Hände spielt. Peters etwa argumentiert unter anderem mit der unkomplizierten Zulassungspolitik und der Dreisprachigkeit der dortigen Aufsichtsbehörde. Nach Angaben der Allianz wie auch der DWS kommen bei beiden Häusern jetzt auf einen in Deutschland lancierten Fonds etwa zehn in Luxemburg.

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