Investmenthaus
DWS liebäugelt mit Wachstum im Ausland

Die DWS hat personell aufgeräumt: Die Zeit der Querelen beim Deutsche-Bank-Fondsanbieter soll vorbei sein. Der neue Chef Ingo Gefeke, verantwortlich für Vertrieb und Produktmanagement, will das Investmenthaus in die globale Liga der größten fünf Anbieter bringen. Er setzt auf Frankfurt als Zentrale und erklärt die Phase schneller Produktlancierungen für beendet.
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FRANKFURT. Die DWS ist bei den auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds hinter der Sparkassengruppe Deka Investment Deutschlands zweitgrößter Anbieter. Es verwaltet hier zu Lande 99,8 Mrd. Euro, weltweit 241 Mrd. Euro. Damit ist die DWS ein wichtiger Teil der 476 Mrd. Euro schweren Asset-Management-Sparte der Deutschen Bank.

Wachstum im Ausland ist eine Option, denn im Inland hat die Gesellschaft Marktanteile eingebüßt. In der Finanzkrise trugen dazu die Schieflagen bei Geldmarktfonds und die Risikopositionen im Anleihebereich bei. Binnen Jahresfrist schrumpfte das Kapital ein Drittel auf 89,8 Mrd. Euro Ende vergangenen Jahres – so musste die DWS auf dem heimischen Terrain die Marktführerschaft beim Vermögen an die Deka abgeben. Jetzt sind es wieder rund 100 Mrd. Euro bei den Publikumsfonds.

Dessen ungeachtet halten Experten die DWS für einen hochwertigen Anbieter. „Das ist ein gutes Haus“, sagt etwa Murat Ünal, Vorstand der auf Asset-Management spezialisierten Unternehmensberatung Funds at Work. Er warnt jedoch: „Eine Internationalisierung ist mit hohem Aufwand verbunden, da muss man sich auf einzelne Märkte konzentrieren.“

Oppenheim-Transaktion öffnet Spekulationen Tür und Tor

Die DWS hat bereits Erfahrung im Ausland gesammelt – mit durchwachsenen Ergebnissen. Ihre Tochter in Italien hatte sie vor Jahren wieder verkauft, eine größere Geschäftssparte in Großbritannien an den Verwalter Aberdeen abgegeben. Die Erfolge bei der vor vielen Jahren erworbenen großen US-Einheit Scudder sind zumindest geringer als ursprünglich erwartet. Wachstum durch Zukäufe kommt für die DWS jetzt nicht infrage, heißt es in der Deutschen Bank. Damit hätten Wettbewerber zu schlechte Erfahrungen gemacht.

Auszuschließen ist ein Vermögenszuwachs im Inland aber nicht. Es besteht zumindest die Möglichkeit, dass die Deutsche Bank als Mehrheitseigner von Sal. Oppenheim die betroffenen Fondsgesellschaften Frankfurt-Trust oder vielleicht auch die entsprechende Oppenheim-Einheit an die DWS übergibt. Insgesamt wären rund 40 Mrd. Euro betroffen, davon über 17 Mrd. Euro Publikumsfonds. „Das würde der DWS Kapital bringen“, sagt Andre Härtel, Fondsanalyst bei Feri Eurorating. Damit wäre das Haus wieder größer als die Deka.

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