Investmentidee des Tages
Auf internationale Börsen-Riesen setzen

Gibt es nach fast fünf Jahren Bullenmarkt überhaupt noch vernachlässigte Sektoren am Aktienmarkt? Ja, die gibt es. Aktien mit sehr hohem Börsenwert - so genannte "Mega Caps" - liefern seit Jahren gemessen am allgemeinen Kursaufschwung stark unterdurchschnittliche Erträge. Das könnte sich bald ändern, wenn nach den Anleihen auch bei Aktien die Flucht in Qualität einsetzt.

DÜSSELDORF. Als bekanntester Index für sehr große Aktien gilt der Dow Jones Global Titans 50. In den Index werden die gemessen an Börsenwert, Umsatz und Gewinne 50 größten Unternehmen der Welt aufgenommen. Die Anpassung erfolgt jährlich im Juni.

Im Durchschnitt weisen die 50 enthaltenen Titanen derzeit einen Börsenwert von 110 Milliarden Euro auf. Die Kursentwicklung war in den vergangenen Jahren indes alles andere als überzeugend, denn gefragt waren weltweit vor allem Nebenwerte und Midcaps, weniger Börsenriesen. Von dem scharfen Einbruch der Kurse zwischen 2000 und 2003 hat sich der Titanen-Index kaum erholt.

Insgesamt lieferte der Dow Jones Global Titans 50 in den vergangenen zehn Jahren selbst einschließlich aller Dividenden eine magere Rendite von nur 2,4 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Mit dem Dax waren seit 1997 rund 7 Prozent pro Jahr, mit europäischen Aktien insgesamt gemessen am marktbreiten Stoxx 600 sogar rund 8 Prozent pro Jahr zu verdienen.

Historisch schlug die Stunde großer Aktien vor allem in unsicheren Börsenzeiten, denn dann ziehen viele Investoren die Ertragskraft großer Konzerne den volatileren Nebenwerten vor. Nach fünf Jahren Bullenmarkt und nunmehr sieben Jahren Dominanz der Nebenwerte gegenüber Blue Chips ist der auch über einen Indexfonds investierbare Dow Jones Global Titans daher eine spannende Depotbeimischung für einen langen Anlagezeitraum.

Die Bewertung des Index ist derzeit attraktiv: Das Index-KGV betrug zuletzt 13, das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis 8,5 und das Kurs-Buchwertverhältnis 2,3. Für den von Barclays Global Investors angebotenen Indexfonds (ISIN: DE0006289382, letzter Kurs: 22,20 Euro) fällt eine jährliche Managementgebühr von 0,50 Prozent an.

Investoren in den Index müssen allerdings auch ein Grundvertrauen in die Zukunft des US-Dollar mitbringen, denn rund 60 Prozent der im Index enthaltenen Werte sind US-Blue Chips wie Exxon Mobil, Microsoft, Pfizer und Co. Eine weitere Schwäche des US-Dollar kann Anlegern daher - wie schon seit 2001 - die Rendite mit dem Index kräftig verhageln. Deutsche Vertreter im Index sind derzeit Allianz und Siemens.

Deutlich besser ist die Diversifizierung im Hinblick auf die Branchen im Index: Öl- und Gaswerte mit 20 Prozent gewichtet, gefolgt von Banken (15 Prozent), Technologiewerten (13 Prozent), Telekom-Aktien (9 Prozent) und den übrigen Branchen mit Anteilen zwischen einem und acht Prozent.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%