Investmentidee
Kehrseite der Dollar-Medaille

Wenn der Euro derzeit auf einem Rekordhoch gegenüber dem US-Dollar steht, war es auch für deutsche Anleger nie günstiger, US-Vermögenswerte mit dem eigenen starken Euro zu kaufen. Welche Aktien für mutige Anleger und welche Fonds für konservative Investoren geeignet sind. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Die Frankfurter Fondsboutique Lupus Alpha ließ sich nicht lumpen: Anlässlich des von ihr veranstalteten Investment-Fokus-Tag in Frankfurt sprach niemand geringerer als Helmut Kohl vor den geladenen Gästen. Und der Altkanzler hatte, angesprochen aus Präsident Bush, den Dollarverfall und den Perspektiven der US-Wirtschaft, einen guten Rat für die 170 anwesenden Experten aus der Finanzbranche: Es sei "eine der größten Dummheiten überhaupt, die man begehen könnte, indem man die USA zu unterschätzt."

Wer sich als Investor diesen Rat zu Herzen nehmen will, hat vor allem den US-Dollar im Visier. Meldungen über einen weiteren Verfall des US-Dollar gegenüber dem Euro sind derzeit fester Programmpunkt in den Nachrichtensendungen. Die Verluste schmerzen nicht nur Länder, die auf hohen US-Dollar-Devisenreserven sitzen. Sie verhageln auch Anlegern mit US-Aktien oder US-Aktienfonds die Rendite.

Doch die Kehrseite dieses Dollarverfalls: Wenn der Euro derzeit auf einem Rekordhoch gegenüber dem US-Dollar steht, war es auch für deutsche Anleger nie günstiger, US-Vermögenswerte mit dem eigenen starken Euro zu kaufen. Das spüren Urlauber über ihre Kaufkraft in Dollar-Ländern. Das spüren aber auch Investoren, die bislang kaum auf US-Papiere setzen, und das sind nach Statistiken von Firstfive acht von zehn deutschen Anlegern.

Beispiel Intel: Die Aktie des Chipherstellers kletterte binnen fünf Jahren um knapp 50 Prozent. In Euro gerechnet kostet die Aktie hingegen heute genau so viel wie vor fünf Jahren, im November 2002: 17,50 Euro. Auch Coca-Cola konnte in der Heimatwährung Dollar den Aktienkurs über fünf Jahre um rund ein Drittel steigern, er kletterte von 45 auf zuletzt 60 US-Dollar. In Euro ist der Kurs hingegen im gleichen Zeitraum von 44 auf 41 Euro gefallen.

Mutige Anleger können daher durchaus überdenken, den Anteil von US-Aktien im Portfolio jetzt antizyklisch zu erhöhen. Eine Möglichkeit ist dabei, auf US-Unternehmen zu setzen, die eine hohe Exportquote und einen hohen Umsatzanteil in Fremdwährungen aufweisen, denn sie profitieren vom schwachen und womöglich schwächeren Dollar, sind aber zugleich aus Sicht deutscher Anleger jüngst optisch billiger geworden. Dazu zählen zum Beispiel Intel, Coca-Cola, aber auch Colgate-Palmolive oder der Ölkonzern Halliburton.

Defensivere Anleger können auch einen diversifizierten US-Fonds ins Auge fassen. Hervorragend schlugen sich zuletzt etwas trotz Gegenwind von der US-Währungen laut der Datenbank von Morningstar zuletzt der Allianz RCM US-Equity, der DB Platinum Croci IV, der US-Aktien Typ 0, der JPMorgan US Dynamik und der Lingohr-Amerika-Systematic-LBB Invest. Sie alle sind mit der Höchstwertung von fünf Sternen ausgezeichnet.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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