Investmentidee
Kräftig gegen den Strom schwimmen

Wer in diesen Tagen einige Schritte zurück tritt und einen Blick auf den mehrjährigen Kursverlauf ausgewählter US-Aktien wirft, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vordergründig eilen die US-Aktienbörsen von einem Kurshoch zum nächsten. Andererseits notieren aber viele bekannte Standardwerte mit Shareholder-Value-Orientierung noch mehr als ein Drittel unter ihren alten Höchstkursen.
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DÜSSELDORF. Selbst wenn man die Übertreibungen zur Jahrtausendwende außen vor lässt, sind viele Unternehmen heute im Hinblick auf ihren aktuellen Aktienkurs auf dem gleichen Kurssniveau wie in der zweiten Hälfte der 90er Jahre. Zugleich konnten sie aber Umsätze, Gewinne und Dividenden seitdem kräftig steigern.

Eine Auswahl, in der auch sämtliche Aktiensplits berücksichtigt sind: Die General-Electric-Aktie kostet heute mit 38 US-Dollar nicht mehr als im April 1999. Coca-Cola ist auf einem Kursniveau, das der Getränkehersteller bereits im August 1996 - also vor rund elf Jahren -- erreicht hatte. Der auch als "Big Blue" bekannte Computergigant IBM kämpft derzeit wie schon im Frühjahr 1999 mit der 100-Dollar-Marke. Dell, Microsoft und Pfizer sind mit knapp 30 US-Dollar allesamt auf dem gleichen Kursniveau wie schon Anfang 1999, der Chipriese Intel mit 22 US-Dollar gar auf dem von Juli 1996.

Kurz: Außer den Dividenden haben viele Investoren in den letzten zehn Jahren mit manchen Aktien, die als grundsolide gelten und einen starken Markennamen haben, kaum etwas verdient. Schlimmer noch: Seit März 2003 - dem Tiefpunkt der letzten Baisse - verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro rund ein Viertel an Wert und drückte aus Sicht deutscher Investoren die Kurse zusätzlich.

Zwar kletterte der Unternehmenswert vieler Konzerne durch die Ausgabe neuer Aktien. Doch das große Bild bleibt gleich: Die Aktien großer US-Wachstumswerte sind seit Jahren nicht mehr gefragt an der Börse, die Übertreibungen der 90er Jahre schlagen bis heute Wellen.

Darin könnte eine spannende antizyklische Investmentchance für mutige deutsche Investoren liegen. Denn sieben Jahre in Folge - von 2000 bis 2006 - lieferten in den USA zum einen kleine und mittelgroße Unternehmen höhere Erträge als große und zum anderen Substanzaktien höhere Erträge als Wachstumswerte. Dennoch vertrauen viele Anleger auf die These, die Investition in Value-Aktien böte ihnen auch in Krisenszenarien den Schutz vor Verlusten. Kein Wunder, dass Investmentfonds mit dem Anlageschwerpunkt in Wachstumswerte eine Rarität sind: Nicht einmal fünf Prozent der von Standard & Poor?s mit einem Rating ausgestatteten Investmentfonds haben nach Berechnungen von Mainfirst Asset Management derzeit ein klares Wachstumsprofil.

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