Investmentidee
Schroder setzt auf die Wende

Fondsmanager Adam Cordery peilt 2008 mit Firmenbonds eine Rendite von acht bis zehn Prozent an. Die tägliche Investmentidee auf Handelblatt.com.

FRANKFURT. Anleger, die in den vergangenen Jahren auf Anleihen von Unternehmen gesetzt hatten, mussten sich mit mageren Renditen zufriedengeben. Niedrige Leit- und Kapitalmarktzinsen gepaart mit nur geringen Renditeaufschlägen für Unternehmensrisiken machten Firmenbonds tendenziell unattraktiv. Dann brach im vergangenen Sommer die Subprime-Krise um schwache US-Hypothekenschuldner über die Märkte herein. Die Furcht vor deren Folgen auf die Wirtschaft brachte auch die Kurse von Unternehmensanleihen unter Druck.

"Daraus ergeben sich inzwischen aber gute Chancen, sagt Adam Cordery, der für die Fondsgesellschaft Schroder den "ISF Euro Corporate Bond" managt. Der Fonds setzt schwerpunktmäßig auf Euro-Unternehmensanleihen guter Bonität. "In den kommenden sechs bis zwölf Monaten wird es zwar noch viele Ergebniseinbrüche bei Unternehmen geben, und die US-Wirtschaft ist schon die Rezession abgeglitten", ist Cordery überzeugt. Aber: "Die Zeiten, in denen es viele schlechte Nachrichten gibt, sind auch die, in denen man viel Geld verdienen kann."

Genau das will Cordery, der den Fonds seit Juli 2006 managt, erreichen. Und er hat ein ehrgeiziges Ziel: Acht bis zehn Prozent Rendite will er in diesem Jahr erwirtschaften. Das ist optimistisch, denn in den vergangenen fünf Jahren hat der Fonds nur 1,7 Prozent pro Jahr gebracht. Im ersten Quartal erwirtschaftete er 0,45 Prozent. Noch ist Cordery in seinem Fonds vorsichtig. Über ein Viertel des Portfolios hält er in sicheren Staatsanleihen, Bonds von staatsnahen Institutionen und Bargeld. "In zwölf Monaten werde ich aber den größten Teil in Unternehmensanleihen investiert haben", sagt der 42-Jährige.

Schon seit einigen Wochen baut er den Unternehmensanteil im Portfolio aus. Er setzt auf unterbewertete Bonds aus nichtzyklischen Branchen wie Telekom - und Versorger. Jüngst hat er zum Beispiel eine bis 2055 und damit sehr lang laufende Anleihe von Telecom Italia gekauft, deren Kurs auf 70 Prozent des Rückzahlungswert von 100 Prozent gefallen war. Das entspricht bei einem Kupon von 5,25 Prozent einer Rendite von 7,7 Prozent.

"In den nächsten sechs Monaten werden die Leute begreifen, dass Telecom Italia nichts mit Subprime zu tun hat, deshalb dürfte der Bondkurs steigen", ist Cordery überzeugt. Ähnliches gelte zum Beispiel für Anleihen des britischen Versorgers Anglian Water oder des US-Wassserversorgers United Utilities. Untergewichtet ist er bei Anleihen von Banken, vor allem bei riskanteren nachrangigen Papieren. Forderungsbesicherte Anleihen (ABS), die im Zuge der Finanzkrise besonders unter Druck geraten sind, hält er nicht.

"Seit gut einem halben Jahr hat das Fondsmanagement risikobehaftete Branchen im Portfolio reduziert und sich deshalb zuletzt auch gegenüber dem Vergleichsindex recht gut geschlagen", bestätigt André Härtel, Fondsanalyst bei Feri Rating & Research. Cordery setze darauf, dass sich Unternehmensbonds, die mit der Subprime-Krise wenig zu tun hätten, in der zweiten Jahreshälfte erholten. "Natürlich ist Cordery als Fondsmanager für Unternehmensanleihen von Berufs wegen für sein Segment optimistisch, aber angesichts des gut strukturierten und sauberen Portfolios ist dieser Optimismus zumindest nachvollziehbar", urteilt Härtel.

Anleger sollten bei ihrer Kaufentscheidungen indes immer den Ausgabeaufschlag berücksichtigen, der in Höhe von 5,26 Prozent beim Schroders Corporate Bond nicht unerheblich sei, sagt Härtel. Über den Kauf an der Börse oder durch Verhandlungen mit der Hausbank können Anleger die hohen Ausgabeaufschläge umgehen. Die jährlichen Verwaltungsgebühren von bislang einem Prozent wird die Fondsgesellschaft ab dem 1. Mai immerhin auf 0,75 Prozent senken.

Wegen der nur durchschnittlichen Entwicklung der vergangenen Jahre stuft Feri den Fonds nur mit der Note "C" ein. "In der jüngeren Vergangenheit hatte der Fonds etwas mehr Risiken im Portfolio und schnitt nur im Mittelfeld ab", sagt Härtel. Eine Heraufstufung auf eine bessere Note sei noch nicht absehbar.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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