Investoren können ihr Gesamt-Portfolio absichern
Wenn Hedge-Fonds zum Rettungsanker werden

Die Performance an den internationalen Kapitalmärkten erinnert seit Jahren an einen Formationsflug. Die Entwicklung verläuft zunehmend parallel. Diese Korrelation birgt für Investoren eine Gefahr: Unter Umständen bauen sie ihre Portfolios so auf, dass die Performance aller Anlagen gleichzeitig sinkt.

HB DÜSSELDORF. Diese Gefahr lässt sich reduzieren. Immer mehr Investoren optimieren ihre Portfolios, indem sie niedrig korrelierende Anlageklassen wie Hedge-Fonds, Derivate oder andere alternative Investments beimischen.

Wie erfolgreich diese Strategie sein kann, das zeigt ein historischer Performancevergleich, der auf Daten von Man Investments, Bloomberg und Standard & Poors basiert. Die Performance eines traditionellen Portfolios, das sich zu 55 % aus weltweiten Aktien, zu 40 % aus Anleihen und zu fünf % aus Cash zusammensetzt, verbesserte sich durch die Beimischung eines rund 20-prozentigen Hedge-Fonds-Anteils im Zeitraum von Dezember 1993 bis Ende Juni 2004 um 40,7 %. Zudem sanken dadurch die relevanten Risiko-Kennzahlen signifikant. Die annualisierte Volatilität verbesserte sich etwa von 9,1 % auf 7,3 %, der Maximalverlust fiel sogar um knapp 15 % niedriger aus.

Wer bei der Allokation seines Portfolios das Risiko minimieren will, sollte allerdings beachten, dass Hedge-Fonds keine homogene Gruppe sind. Je nach favorisiertem Investmentstil weisen sie erhebliche Unterschiede aufweisen. Ein indexbezogener Zehnjahresvergleich vom 1. Januar 1994 bis zum 29. Februar 2004 zeigt, dass bei den verschiedenen Hedge-Fonds-Strategien die Performance-Kennzahlen erheblich differieren. So lag die annualisierte Volatilität beim CSFB Managed Futures Index bei 12,2 %, beim Relative Value Arbitrage Index nur bei 3,2 %. Auch die untersuchte annualisierte Rendite ist breit gestreut und reicht im Zehnjahresvergleich von 7,6 % bei Fund-of-Funds-Produkten bis zu 15,7 % im Bereich Equity-Hedge.

Die einzelnen Hedge-Fonds-Stile reagieren auf bestimmte Markt- und Konjunkturzyklen unterschiedlich. Deshalb haben sie auch unterschiedliche Auswirkungen auf das Geamt-Portfolio. So weist die Long/Short-Equity-Strategie eine vergleichsweise hohe Korrelation mit der Entwicklung der Aktienmärkte auf – bei einer geringeren Volatilität. Long/Short-Equity-Strategien leisten im Umfeld schwacher Aktienmärkte als Beimischung einen wesentlichen Beitrag zur Kapitalsicherung und erschließen Anlegern bei wieder anziehender Aktienmärkten das Potenzial, von der Kurserholung zu profitieren.

Im Gegensatz dazu haben Managed Futures und Derivate eine sehr geringe Korrelation zu traditionellen Anlageinstrumenten. Die meisten dieser Strategien profitieren von klaren Markttrends – sowohl von Aufwärts- als auch von Abwärtsbewegungen. Auch in Zeiten fallender Kapitalmärkte können sie positive Ergebnisse erzielen und eignen sich dadurch optimal als „Downside Protection“ in einem Portfolio.

Relative-Value-Strategien dagegen nutzen Preisunterschiede zwischen Finanzinstrumenten und Rohstoffen in verschiedenen Märkten aus. Relative-Value-Strategien haben das Ziel, in jedem Marktumfeld rentabel zu sein. Daher bezeichnet man die entsprechenden Anlagen auch als marktneutral. In der Regel sind die Relative-Value-Strategien durch Erträge im unteren zweistelligen Bereich bei einstelliger Volatilität gekennzeichnet und eignen sich bestens, um Risiken in einem Portfolio auszugleichen.

Jede einzelne dieser Strategien kann unter bestimmten Marktbedingungen die Performance eines traditionellen Portfolios verbessern. Eine effiziente taktische Risikostreuung erfordert allerdings ein Höchstmaß an Markt- und Strategiekenntnissen, über die Privatinvestoren in der Regel nicht verfügen. Für sie empfiehlt sich die Beimischung von Hedge-Fonds-Dachfonds, die die Vorteile der unterschiedlichen Strategien zusammenfassen.

* Andreas Benz ist Regional Manager bei Man Investments.

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