Investoren zeigen großes Interesse
Alternative Energien sind gefragt

Vor allem die Zuliefererbranche bietet noch attraktive Einstiegsmöglichkeiten für Anleger.

HB WIEN. Klimawandel und der Anstieg des Rohölpreises während der vergangenen Jahre führten zum Umdenken in vielen Branchen. Auch im Energiesektor. Dort stellte sich sowohl auf Seiten der Energieerzeuger als auch der-nachfrager verstärkt die Frage nach alternativen Energiequellen - wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen.

Die Bedingungen für eine weiter kräftig steigende Energienachfrage und dauerhaft hohe Preise sind gut. Großen Anteil daran haben stark wachsende und bevölkerungsreiche Länder wie China und Indien. Dort macht der Pro-Kopf-Energieverbrauch erst ein Fünftel des EU- oder ein Zehntel des US-Verbrauchs aus. Weltweit entfallen 80 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs auf die fossilen Brennstoffe Kohle, Gas und Öl. Diese Abhängigkeit soll deutlich sinken.

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Wer profitiert von dieser Entwicklung? Es liegt nahe, dass Biodieselhersteller zu den Gewinnern zählen. Doch derzeit herrscht ein Überangebot an diesem Treibstoff, weil der im Jahresvergleich etwas niedrigere Ölpreis die optionale Nachfrage schwinden ließ. Eine verpflichtende Abnahme (5 Prozent Beimischung) gibt es nur seitens der Tankstellenbetreiber. Die Aktienkurse von Veribo und Biopetrol verloren in der Folge mehr als 50Prozent gegenüber der Erstnotiz. Dies zeigt die kurzfristige Anfälligkeit der zuvor hoch bewerteten Geschäftsmodelle.

Die begrenzte Lagerfähigkeit von Biodiesel (chemischer Zerfall) ist ein zusätzliches Problem für die Hersteller. Wahrscheinlich werden sich langfristig erst die derzeit noch teureren Biotreibstoffe der zweiten Generation mit deutlich höherer Qualität durchsetzen. Ein Blick auf die Segmente Solar/Photovoltaik und Windkraft zeigt ein sehr viel positiveres Bild bei der Angebots- und Nachfragesituation.

Neben der allgemeinen Energiepreisentwicklung stellt die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen ein zweites großes Risiko für die meisten alternativen Energieinvestments dar. Die Netzeinspeisung von Solarstrom wird mit zirka 45 bis 50 Cent/kWh am stärksten gefördert. Bei der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist mit einer Senkung der Solarstrom-Förderung zu rechnen. Die Vergütung für Strom aus Windenergieanlagen (on-/offshore) beträgt aktuell zwischen 5,5 und 9 Cent/kWh.

Da Windkraftanlagen an guten Standorten bereits heute ohne zusätzliche Förderungen wirtschaftlich Strom erzeugen können, gehört die Windkraft sicherlich zu den zukunftsträchtigsten Varianten im Bereich erneuerbarer Energien. Der Bieterstreit zwischen Areva und Suzlon um Repower zeigt, wie groß mittlerweile das Investoreninteressen an dieser Form der Energiegewinnung ist.

Die M&A-Aktivität in diesem Segment ließ die Bewertungen in den vergangenen Monaten hochschnellen. Insbesondere die Nordex-Aktie erscheint inzwischen zu teuer. Die Aktien von Vestas und Gamesa weisen attraktivere Wachstums-/Bewertungsrelationen auf. Als interessante Möglichkeit, am Branchenwachstum zu partizipieren scheint die Investition in die niedriger bewerteten Zulieferer der Branche. Neben vielen nicht börsengelisteten Pure-Play-Zulieferfirmen notieren einige attraktiv bewertete Unternehmen, die in Teilbereichen in der Komponentenfertigung tätig sind: Arques Beteiligungsportfolio umfasst zum Beispiel Jahnel-Kestermann Getriebewerke; SGL-Carbon stellt unter anderem die für die Fertigung große Windrotoren notwendigen Kohlefasern her.

Melissa Hofkirchner und Bernd Kiegler sind Manager des Raiffeisen-Europa SmallCap-Aktien-Fonds.


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