Investoren zögern beim Kauf von Dach-Fonds
Hedge-Fonds-Zertifikate sind weiter gefragt

Hedge-Fonds haben in Deutschland auch nach ihrer Zulassung zum Jahresbeginn einen schweren Stand. Ausländische Fondsmanager schrecken vor den strengen Richtlinien des Gesetzgebers zurück, und die meisten Anleger können von erhofften zweistelligen Jahresrenditen nur träumen. Dennoch können Investoren mit Hedge-Fonds Geld verdienen. Dabei sollten sie jedoch auf die bereits etablierten Zertifikate setzen.

Trotz aller Probleme hat der Start des Hedge-Fonds-Geschäfts das Investitionsverhalten in Deutschland beeinflusst."Viele Anleger haben die Angst vor Hedge-Fonds verloren", sagt Hendrik Liebold, Produktmanager für alternative Investments bei SEB.Deutsche Investoren hatten vor den als hochspekulativ geltenden Wertpapieren in den vergangenen Jahren fast mehr Scheu als vor Neuen-Markt-Aktien.

Commerzbank-Produktmanager Stefan Gotsche hat unterdessen die Erfahrungen gemacht: "Bei gegebener Rendite haben gemischte Portfolios bei einem Hedge-Fonds-Anteil von 20 bis 30 Prozent ein minimales Risiko."Weil sich diese Fonds häufig unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln, wirken sie in einem Portfolio mit anderen Wertpapieren eher stabilisierend als spekulativ.

Anleger stehen vor der Wahl zwischen dem direkten Investment in einen Dach-Fonds oder dem Kauf von Zertifikaten.Während bisher in Deutschland nur rund zehn Dachfonds aufgelegt worden sind, werden bereits seit vier Jahren Zertifikate auf Hedge-Fonds gehandelt, mittlerweile mehr als 50 verschiedene. Nicht nur die längere Erfahrung spricht bei kleineren Investitionsbeträgen für den Kauf von Zertifikaten."Die Papiere sind sehr liquide", sagt Gotsche.Sie können jederzeit an der Frankfurter oder Stuttgarter Börse und bei vielen Banken gehandelt werden.

Dachfonds hingegen sind zwar teils über den Sekundärmarkt der Banken handelbar.Häufig gelten aber für die Fonds monatliche oder quartalsweise Kündigungsfristen.Und groß ist die Auswahl an Dachfonds nicht.Die Fondsmanager sind gezwungen, alle Ertragsquellen offenzulegen, obwohl die größte Eigenart von Hedge-Fonds ihre Undurchschaubarkeit ist.Gerade die erfolgreichen US-Fondsmanager schreckt die deutsche Gesetzeslage ab.Daraus ergibt sich ein weiterer Pluspunkt für Zertifikate.Denn Emittenten von Zertifikaten müssen keine Rechenschaft über Zinserträge und Dividenden ablegen.Dazu kommt: Der Staat besteuert die beiden Investments unterschiedlich.Während Erträge aus Zertifikaten, die nicht zu den Finanzinnovationen zählen, nach zwölf Monaten steuerfrei sind, zahlen Fondsbesitzer für ihre Zinserträge Steuern.

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