Investorensentiment
Die Aktienmärkte haben noch Luft nach oben

Unter den Privatanlegern ist die Stimmung weiterhin gedämpft. Anzeichen für eine Marktüberhitzung sind aber nicht erkennbar.

HB FELDKIRCHEN. Die Assetklasse Aktien - Stichwort: Börsengänge und Kursgewinne des Dax - gewinnt wieder an Attraktivität. Gleichzeitig werden bereits Vergleiche mit der Aktienblase 1999/2000 gezogen. Da stellt sich die Frage, ob die Marktteilnehmer tatsächlich schon wieder zur irrationalen Übertreibung neigen?

Mit Blick auf das Investorensentiment kann dies verneint werden, denn die Stimmung ist bei weitem nicht euphorisch. Vor allem Privatanleger fangen gerade erst an, sich wieder verstärkt um Aktienmarktengagements zu kümmern. Und auch die Behavioral Finance, die bei der Analyse von Investorenentscheidungen verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt, deutet darauf hin, dass die Märkte noch Luft nach oben haben.

Umfragen unter Investoren zeigen eine nachhaltige Skepsis. Die Stimmung ist zurückhaltend. Die Investoren sind zwar bereit, sich zu engagieren, die Zurückhaltung der letzten Monate führte aber dazu, dass viele Anleger den gestiegenen Kursen hinterherlaufen.

Die Zurückhaltung sieht man besonders gut bei den Nettozuflüssen in Aktienfonds. Während den Fonds in den Jahren 1998 bis 2000 über 63 Mrd. Euro zuflossen, betrugen die Zuflüsse in den vergangenen drei Jahren gerade einmal 1,3 Mrd. Euro. Ein klares Indiz, dass die Investoren gerade erst wieder damit beginnen, ihre Scheu vor der Assetklasse abzulegen.

Diese Verhaltensweise ist aber nicht ungewöhnlich, denn auch im Verlauf früherer Kursrallys waren signifikante Zuflüsse erst mit einer Verzögerung von mehreren Jahren beziehungsweise nach einer bereits erfolgten großen Kurssteigerung zu sehen. Als die Anleger ihre Investitionsquoten in Aktien endlich erhöhten, war dies der Auslöser für die nächste Runde des Kursanstiegs, der dann in der Regel noch eine ganze Reihe von Monaten anhielt.

Ein weiteres untrügliches Zeichen findet sich auch in der Berichterstattung der Medien. Im Umfeld von Wendepunkten kommt es häufig zu einer umfassenden Berichterstattung über die Märkte. In Aufschwungphasen steigt die positive Berichterstattung, in Abschwungphasen wird vor allem über den Kursrückgang berichtet. Solange die Medien der Marktbewegung dagegen keine große Aufmerksamkeit schenken, ist aus Sentimentsicht der Markttrend weiterhin intakt.

Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG.

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